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23.02.2011

Edhec: Nicht-finanzielle Risiken werden unzureichend beachtet

Paris: Sitz der Edhec-Risk-Institut (Bild: dpa PA)

Paris: Sitz der Edhec-Risk-Institut (Bild: dpa PA)

Gemeint sind Kontrahenten-, Liquiditäts- und Sub-Custody-Risiken.

PARIS - Nicht-finanzielle Risiken sind von der Fondsbranche und den -europäischen Regulierern bisher nur unzureichend beachtet worden. Da die Kontrahenten-, Liquiditäts- und Sub-Custody-Risiken deutlich gestiegen sind, muss sich dies schleunigst ändern.

Zu diesem Schluss kommt das Edhec-Risk-Institut in einer Studie "The European Fund Management Industry Needs a Better Grasp of Non-Financial Risks", die gemeinsam mit der französischen Depotbank Caceis durchgeführt wurde.

Haupttreiber für den Anstieg nicht-finanzieller Risiken sind nach Ansicht von Noël Amenc, Direktor des Edhec-Risk-Instituts, Finanzinnovationen, die zu einer erhöhten Komplexität bei den von Investmentfonds getätigten Transaktionen und Finanzinstrumenten geführt haben. "Regulatorische Veränderungen können nicht immer mithalten mit Finanzinnovationen. Der Regulierer befindet sich in einer kniffligen Position bei der Erfüllung seiner Hauptaufgabe: dem Schutz der Investoren. Das ist eine schwierige Rolle, denn er muss auch darauf achten, dass der Markt wettbewerbsfähig bleibt", sagte Amenc im Interview mit "Caceis News".

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, haben auch die Regulierer ihren Beitrag zum Anstieg nicht-finanzieller Risiken geleistet, zum Beispiel durch verbesserte Leverage-Möglichkeiten in komplexen Ucits. "Das Risiko-Rendite-Profil muss nicht-finanzielle Risiken berücksichtigen", erklärte Jean-Marc Eyssautier, Chief Risk Officer bei Caceis.

Die Studienautoren sind überzeugt, dass eine bessere Regulierung zu besseren Methoden im Management von nicht-finanziellen Risiken führen würde. Für Kontrahentenrisiken schlagen sie die Einführung von zentralen Counterparties vor, die als Käufer für jeden Verkäufer und als Verkäufer für jeden Käufer fungieren. Damit seien praktisch alle Kontrahentenrisiken eliminiert. Eine Alternative wären Drei-Parteien-Vereinbarungen.

Um das Management nicht-finanzieller Risiken zu verbessern, müssen laut Amenc zudem die Kapitalanforderungen dem anfallenden Risiko angemessen sein. Ferner würde eine stärkere Einbindung der Fondsanteilseigner dafür sorgen, dass Fondsmanager nicht-finanzielle Risiken besser berücksichtigen. "Wenn wir annehmen, dass nicht-finanzielle Risiken unerheblich sind und die Verantwortung dafür bei einer einzelnen Partei liegt, werden wir keine Fortschritte machen", sagte Amenc.

portfolio institutionell newsflash 23.02.2011/kbe/jan

 
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