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17.02.2017

Ein Blick in die EZB-Bilanz 2016

Mario Draghi (Bild: EZB)

Die EZB zieht Bilanz: Nettozinserträge aus Wertpapieren, die zu geldpolitischen Zwecken gehalten werden, übersteigen die Milliardengrenze. Auch das US-Dollar-Portfolio sorgt für höhere Zinserträge.

Der Gesamtumfang der Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) ist im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 349 Milliarden Euro angewachsen. Dies geht aus dem Jahresabschluss für 2016 hervor, der gestern vom EZB-Rat festgestellt wurde. Grund für den Anstieg war in erster Linie der Erwerb von Wertpapieren im Rahmen des dritten Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Progamme; APP). Darüber hinaus habe die Aufwertung der von der EZB gehaltenen Währungsreserven zum Anstieg beigetragen. Dies habe dazu geführt, dass sich die konsolidierte Bilanz des Eurosystems im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 3.663 Milliarden Euro ausgeweitet hat. Diese Summe basiert allerdings auf vorläufigen, ungeprüften Zahlen, da die nationalen Zentralbanken des Euroraums ihren Jahresabschluss erst bis Ende Mai 2017 vorlegen müssen. 

Die Bestände des Eurosystems an zu geldpolitischen Zwecken gehaltenen Wertpapieren haben sich dem Jahresabschluss der EZB zufolge von Ende 2015 bis Ende 2016 von 803 auf 1.654 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Den größten Anteil machen die Bestände der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere aus. Diese beliefen sich am 31. Dezember 2016 auf 1.532 Milliarden Euro. Die Bestände an gehaltenen Wertpapieren aus dem Programm für die Wertpapiermärkte (SMP), über das die EZB zwischen Mai 2010 und September 2012 Anleihen über rund 210 Milliarden Euro kaufte, sanken hingegen aufgrund von Tilgungen um 21 Milliarden Euro. Die in dem SMP-Portfolio gehaltenen Bestände des Eurosystems verteilen sich nominal wie folgt auf die einzelnen Länder: 54,9 Milliarden Euro Italien, 20,1 Milliarden Euro Spanien, 13,2 Milliarden Euro Griechenland, 9,5 Milliarden Euro Portugal, 7,3 Milliarden Euro Irland. Die durchschnittliche Restlaufzeit des SMP-Portfolios (rund 105 Milliarden Euro) beläuft sich auf 2,9 Jahre. Über das Public Sector Purchase Programme (PSPP), das im März 2015 startete, sind monatlich netto rund 22,3 Milliarden Euro in die Piis-Staaten (ohne Griechenland, Stand: 31. Januar 2017) geflossen, davon allein 12, 4 Milliarden nach Italien, wie der Internetseite der EZB zu entnehmen ist. Nach Deutschland und Frankreich flossen in den öffentlichen Sektor monatlich netto rund 17,7 beziehungsweise 14,2 Milliarden Euro.  

Wie aus dem Jahresabschluss der EZB weiter zu entnehmen ist, erhöhte sich ihr Jahresüberschuss 2016 um 111 Millionen Euro auf 1.193 Millionen Euro. Dieser Anstieg sei vor allem auf höhere Nettozinserträge aus dem APP und dem US-Dollar-Portfolio zurückzuführen. Laut EZB belief sich das Nettozinsergebnis 2016 auf 1.648 Millionen Euro, nachdem es im Jahr zuvor 1.475 Millionen Euro waren. Die Nettozinserträge aus dem APP erhöhten sich angesichts der fortgesetzten Wertpapierankäufe im Rahmen dieses Programms um 275 auf 435 Millionen Euro. Die Nettozinserträge aus den ersten beiden Programmen zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen sowie dem Programm für die Wertpapiermärkte (SMP) verringerten sich hingegen infolge von Tilgungen auf 88 beziehungsweise 520 Millionen Euro (2015: 120 beziehungsweise 609 Millionen Euro). Insgesamt beliefen sich die Nettozinserträge aus zu geldpolitischen Zwecken gehaltenen Wertpapieren auf 1.043 Millionen Euro. Die Zinserträge aus Währungsreserven stiegen aufgrund der höheren Zinserträge aus dem US-Dollar-Portfolio auf 370 Millionen Euro (2015: 283 Millionen Euro).

Der Jahresüberschuss der EZB wird an die nationalen Zentralbanken des Euroraums ausgezahlt. Gemäß einem Beschluss des EZB-Rats wurde am 31. Januar 2017 eine Gewinnvorauszahlung in Höhe von 966 Millionen Euro geleistet. Auf seiner Sitzung am 15. Februar 2017 beschloss der EZB-Rat, den verbleibenden Gewinn in Höhe von 227 Millionen Euro am 17. Februar 2017 auszuschütten.

portfolio institutionell newsflash 17.02.2017/Kerstin Bendix

 
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