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06.07.2011

Eiopa-Stresstest: Jeder zehnte Versicherer fällt durch

Der Kapitalbedarf der Problemfälle sei aber überschaubar, so die Aufsicht.

FRANKFURT – Etwa neun Prozent der europäischen Versicherer haben nicht genug Eigenkapital, um bei einem Marktcrash ihre Verpflichtungen bedienen zu können. Im Falle einer massiven Verschlechterung der makroökonomischen Daten würden die entsprechenden Mittel bei zehn Prozent der Unternehmen fehlen. Das teilte die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in Frankfurt am Montag mit.

Zwischen März und Mai führte die Eiopa bei 221 Versicherungen und Rückversicherungen insgesamt vier Stresstests durch. Neben einem theoretischen Marktcrash und einer massiven Verschlechterung der makroökonomischen Daten hat sie den Unternehmen rasant steigende Preise sowie ein erhöhtes Risiko der Investitionen in Staatsanleihen unterstellt.

Laut Eiopa haben acht Prozent den Inflationstest und weitere fünf Prozent den Staatsanleihen-Test nicht bestanden. Die Aufsicht bezeichnete die Tests als repräsentativ, da die 221 Unternehmen zusammen über 60 Prozent des europäischen Marktes repräsentieren. Die Namen der Ausfälle hat die Behörde nicht genannt.

_„Die europäische Assekuranz befindet sich in einer robusten Verfassung“

„Unsere Botschaft heute ist, dass die europäische Assekuranz sich in einer robusten Verfassung befindet“, sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino bei der Veröffentlichung der Ergebnisse am Montag. „Nur zehn Prozent der Unternehmen haben das schlimmste denkbare Szenario (das makroökonomische, Anm. d. Red.) nicht bestanden. Ihr theoretischer Kapitalbedarf ist überschaubar und kann gestemmt werden.“

Die Versicherungen, die den makroökonomischen Test nicht bestanden haben, haben laut Eiopa einen Kapitalbedarf von zusammen 4,4 Milliarden Euro. Beim nicht bestandenden Staatsanleihen-Test betrage die Lücke 3,4 Milliarden Euro, gefolgt vom Marktcrash-Test (2,6 Milliarden Euro) und dem Inflationstest (2,5 Milliarden Euro).

Die Aufsicht betonte, dass die Tests keinerlei Auskünfte über die aktuelle Solvabilität der Versicherungen liefern. Vielmehr wurde ihre Solvabilität unter hypothetischen Umständen geprüft.

portfolio institutionell newsflash 06.07.2011/jan/rko

 
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