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16.12.2009

ETF sind langfristig keine Alternative für Investoren: Watson Wyatt

Torsten Köpke, WWH

Dagegen sind Indexfonds vorzuziehen, meint der Investmentberater.

FRANKFURT - Die meisten Exchange Traded Funds (ETF) sind langfristig keine interessante Alternative für institutionelle Investoren. Diese Auffassung vertritt Torsten Köpke, Leiter Investment Consulting von Watson Wyatt Heissmann (WWH) in Frankfurt.

Köpke begründete seine Einschätzung damit, dass Indexprodukte für institutionelle Investoren ETF in vielen Hinsichten überlegen sind. Denn ETF haben höhere Gebühren und enthalten oftmals Counterparty-Risiken. "Und es ist nicht ersichtlich, ob Investoren dafür durch bessere Renditen (von ETF, Anm. d. Red.) belohnt werden", kommentierte er.

Indexfonds und andere passive Investmentlösungen hingegen erwirtschaften vielfach eine bessere risikoadjustierte Rendite als vorhandene ETF-Produkte, ergänzte der Investmentberater. Köpke erwähnte allerdings nicht, dass kleinere Investoren nicht die notwendigen Summen haben, um überhaupt in einem passiv gemanagten Spezialfonds engagiert zu sein.

Gleichwohl unterstrich Köpke, dass ETF-Anbieter "für ihre substantielle Innovation und die Eröffnung von Märkten für passive Investmentlösungen" gelobt werden sollen. Nur die Produkte eigneten sich eher für den Übergang zu einem neuen Investmentmanager oder für kurzfristige Anlagen. Köpke ist seit Herbst 2005 Chef der Investment-Consulting-Sparte von WWH.

Die Einheit berät institutionelle Investoren in Deutschland beim ganzen Investmentprozess - von der Asset-Liability-Studie bis zur Manager-Selektion. Das letzte bekannte betreute Vermögen seitens Köpkes Einheit betrug rund vier Milliarden Euro.

Köpkes Kritik blieb von der deutschen ETF-Industrie nicht unbeantwortet. Laut dem Marktführer I-Shares ist der Vergleich zwischen ETF und passiven Investmentlösungen nicht unbedingt zutreffend, weil viele institutionelle Anleger, zum Beispiel europäische Pensionsfonds, ETF nur kurzfristig einsetzen.

Außerdem stimme es nicht ganz, dass passive Investmentlösungen per se günstiger seien als ETF. ETF seien nur im Vergleich teuer, wenn man auf das sogenannte "Total Expense Ratio" (TER) schaue. TER entspreche allerdings nicht den Gesamtkosten der beiden Produkte, so I-Shares weiter.

I-Shares räumte zwar ein, dass es bei Swap-basierten ETF Counterparty-Risiken lauern. Nur man könne diese Risiken vermeiden, dadurch dass man in Full-Replication-ETF investiere.

portfolio insitutionell newsflash 16.12.2009/jan

 
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