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06.07.2010

ETF-Wachstum schwächt sich in Europa ab

Deutsche-Bank-Zentrale

Deutsche-Bank-Zentrale

Deutsche Bank hat große Ambitionen und will Lyxor überholen.

FRANKFURT/LONDON - Das Wachstum der ETF-Industrie in Europa hat sich im globalen Vergleich in den ersten fünf Monaten des Jahres abgeschwächt. Wie aus der aktuellen Statistik des US-Asset Managers Blackrock hervorgeht, stieg das verwaltete Vermögen in europäischen börsennotierten Indexprodukten seit Jahresanfang um 13,5 Prozent auf knapp 180 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In den USA lag die Steigerungsrate bei 17,4 Prozent auf 578 Milliarden Euro, in Japan Sogar bei 18,2 Prozent (20 Milliarden Euro).

Die Zahlen deuten darauf hin, dass, zumindest in Europa, die Wachstumsdynamik von ETF abnimmt. Bei Mittelzuflüssen liegen aktiv verwaltete Fonds jedenfalls deutlich vorn. Wie aus einer Statistik von Lipper hervorgeht, hatten aktiv verwaltete Fonds in den ersten vier Monaten des Jahres Zuflüsse in Höhe von netto 111,5 Milliarden US-Dollar, dagegen brachten es ETF in Europa nur auf 13,7 Milliarden US-Dollar an Netto-Neugeldern.

Eine aktuellere Statistik der Deutschen Bank kommt in Europa auf 197,6 Milliarden Euro an ETF-Volumen per Ende Juni, was einer Steigerungsrate von 16 Prozent in diesem Jahr entspricht. Die Deutsche Bank erwartet vor allem mit Volumenszuwächsen bei Rohstoff- und alternativen Anlageprodukten. "Nach einer aktuellen Umfrage planen nahezu zweidrittel der befragten Investoren, in diesem Segment künftig ETF verstärkt zu nutzen", so Thorsten Michalik, Leiter der ETF-Sparte der Deutschen Bank.

Um dieses erwartete Interesse der Investoren an Rohstoffanlagen zu bedienen, wird die Deutsche Bank in diesem Jahr verstärkt Exchange Traded Commodities (ETC) auflegen, die rechtlich Inhaberschuldverschreibungen und keine Sondervermögen darstellen. Bis Ende Juni wurden durch die beiden Deutsche-Bank-Emittenten DB ETC Index plc bzw. die DB ETC plc 23 ETC aufgelegt, weitere sollen laut Deutsche Bank im Juli folgen.

Dabei will die ETF-Sparte der Deutschen Bank die ETF-Sparte der Société Générale, Lyxor, beim verwalteten Vermögen überholen. Man werde Lyxor "bald" vom zweiten Platz in Europa verdrängen, zitierte jüngst die Frankfurter Allgemeine Zeitung Thorsten Michalik. Während Lyxor 34,4 Milliarden Euro in den börsengehandelten Indexfonds verwaltet, managt die Deutsche Bank 28,7 Milliarden Euro in ETF. Marktführer in Europa bleibt Blackrock mit 64,7 Milliarden Euro.

portfolio institutionell newsflash 07.07.2010/maa

 
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