In der Kategorie „Beste Stiftung“ setzte sich nach 2008 erneut die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) durch. Ausschlaggebend für das Urteil der Fachjury war, dass die Vermögensverwaltung als zentraler Kernprozess verstanden wird, der mit der Fördertätigkeit der Stiftung gleichgestellt ist. Anfang 2008 begann die Stiftung mit der Reorganisation des Bereichs Vermögensverwaltung und definierte verschiedene Vorgaben, die allesamt umgesetzt wurden. Unter anderem wurde durch eine möglichst große Diversifikation über unterschiedliche Asset-Klassen die Schwankungsbreite reduziert und konkrete Ertragsziele mit dem Bewusstsein der damit verbundenen Risiken formuliert. Im Sinne des Stiftungszwecks wurde auch ein Ethikfilter eingebaut, der sich insbesondere auf Verstöße gegen moderne Formen der Zwangsarbeit und Menschenrechtsverletzungen in der Arbeitswelt konzentriert.
Ein Aspekt, der die Jurymitglieder von Rödl & Partner, Boedicker Consulting und dem Institut für Stiftungsberatung ebenfalls überzeugt hat, ist die geringe Gesamtkostenbelastung von 0,45 Prozent des Stiftungsvermögens. Zudem verfüge die Stiftung über einen klar strukturierten Investmentprozess, in dem die Funktionen Handel, Kontrolle und Buchung organisatorisch getrennt sind, die Bonität von Banken, Emittenten sowie Einlagensicherungssysteme überwacht und taktische Empfehlungen geprüft werden. Die Stiftung habe aus der Finanzkrise ihre Lehren gezogen hat. Zum Beispiel werden deutsche Staatsanleihen als eigene Anlageklasse definiert und europäische Staatsanleihen nicht mehr als „sicherer Hafen“ betrachtet.
Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft wurde 2000 gegründet, um an ehemalige Zwangsarbeiter Zahlungen zu leisten. Diese wurden in der ersten Jahreshälfte 2007 abgeschlossen. Das Gründungskapital von 5,2 Milliarden Euro wurde vom deutschen Staat und der deutschen Wirtschaft aufgebracht. Als Stiftungskapital für die Fördertätigkeit wurden davon 358 Millionen Euro reserviert. Heute beläuft sich dies auf 420 Millionen Euro. Mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital unterstützt die EVZ internationale Projekte in den Bereichen „Auseinandersetzung mit der Geschichte“, „Handeln für Menschenrechte“ und „Engagement für NS-Opfer“. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 6,7 Millionen Euro zur Förderung von Projekten verwendet.
Den Award „Beste Stiftung“ bekam Ann-Grit Schulze, Referentin für Finanzen bei der EVZ, von Peter Dombeck von Aberdeen Asset Managers Deutschland überreicht.
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13.05.2011
EVZ erhält Auszeichnung als beste Stiftung
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