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29.09.2010

Fall Pooth: Ex-Anlagechef bekommt offenbar 1,1 Millionen

Franjo Pooth und seine Frau Verona (Quelle: dpa Picture Alliance)

Franjo Pooth und seine Frau Verona (Quelle: dpa Picture Alliance)

Mit dem Vergleich beende die Bank einen Rechtstreit mit Christoph Flohr.

DÜSSELDORF - Die Sparkasse Düsseldorf will ihren ehemaligen Investmentchef Christoph Flohr, dem im Zusammenhang mit der Franjo-Pooth-Affäre gekündigt wurde, eine Abfindung von 1,1 Millionen Euro zahlen.

Das berichtete die Rheinische Post. Sparkassen-Sprecher Gerd Meyer lehnte jeglichen Kommentar dazu ab. Mit dem Vergleich beendet die Bank einen zweieinhalbjährigen Rechtstreit mit Flohr, der die Kündigung juristisch anfocht. Flohrs Vertrag läuft nun Ende 2010 aus.

Der Hintergrund: Flohr, der 2003 von der Commerzbank zu der Sparkasse gewechselt war, verantwortete sowohl deren Treasury-Geschäft als auch die Vermögensverwaltung für Drittkunden. Flohr galt als Vertrauter des ehemaligen Vorstandschefs Heinz-Martin Humme.

Flohr, Humme und Karl-Heinz Stiegemann, ein weiteres Vorstandsmitglied, wurden im Februar und März 2008 von der Bank entlassen, nachdem bekannt wurde, dass das Institut fragwürdige Geschäfte mit Pooths Firma "Maxfield" gemacht hatte. Maxfield war bereits Anfang des Jahres insolvent.

Damaligen Pressemeldungen zufolge soll Humme unter anderem einen Flachbildschirm von Pooths Firma bekommen haben und Stiegemann ein Feuerzeug. Im Gegenzug sollen die beiden Vorstände einen Kredit in Höhe von 9,3 Millionen Euro an Maxfield bewilligt haben.

Flohrs Rolle bei der Kreditvergabe war unklar. Obwohl die Bank ihm vorwarf, den Kredit nicht ausreichend geprüft zu haben, wehrte er sich mit der Aussage, er habe die Kreditzusage nicht als solche erkannt, als er mehrere Dokumente unterzeichnete.

Flohrs Auffassung wurde vom Landesarbeitsgericht in Düsseldorf weitgehend bestätigt. Die Sparkasse ließ sich daraufhin auf einen Vergleich ein, und Flohr bekommt nun 1,1 Millionen Euro.

Auch Ex-Vorstandschef Humme soll der "Rheinischen Post" zufolge 1,2 Millionen Euro Abfindung erhalten. Die Zeitung berichtete ferner, dass die Pooth-Affäre die Bank voraussichtlich mehr als 20 Millionen Euro kosten könnte (siehe Meldung).

Nach Flohrs Entlassung hatte der Sparkassen-Manager Werner Boße dessen Aufgaben kommissarisch übernommen. Das Kapitalanlagevolumen der Sparkasse beträgt derzeit etwa vier Milliarden Euro. Ein Nachfolger für Flohr soll gefunden worden sein, aber Meyer wollte seinen Namen nicht nennen.

portfolio institutionell newsflash 29.09.2010/jan/rko

 
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