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Strategien
13.10.2014

Fiduciary Management verbreitet sich rasch

Torsten Köpke (Quelle: Aon Hewitt)

Laut einer aktuellen Studie setzen institutionelle Investoren der betrieblichen Altersvorsorge beim Fiduciary Management auf maßgeschneiderte Lösungen. Verbreitungsgrad und Anlagevolumen korrelieren negativ.

Das Beratungshaus Aon Hewitt hat auch in diesem Jahr eine „Fiduciary Management Studie“ veröffentlicht. Eigens dafür wurden 359 institutionelle Investoren der betrieblichen Altersvorsorge aus Großbritannien befragt. Die teilnehmenden Pensionseinrichtungen decken rund 269 Milliarden Pfund (344 Milliarden Euro) des Pensionsvermögens und somit circa ein Viertel der leistungsorientierten Rentenzahlungen des britischen Pensionsmarktes ab. Viel wichtiger ist aber: Die Studie bezieht sich auf ungefähr 40 Milliarden Pfund, die aktuell über Fiduciary Management verwaltet werden. Diese Investitionen decken nahezu 70 Prozent des von den spezialisierten Managern verwalteten Vermögens in Großbritannien ab. 

Individuelle Zielgrößen

Grundsätzlich beinhaltet Fiduciary Management Kernaufgaben wie Asset-Liability-Management, Master-KVG-Leistungen, Risiko-Overlay, Managerauswahl und das eigentliche Asset Management. Wie den soeben veröffentlichten Studienergebnissen zu entnehmen ist, beurteilen zwei Drittel der Befragten den Erfolg von Fiduciary Managern mit Hilfe individuell angepasster Zielgrößen. Lediglich 25 Prozent der teilnehmenden institutionellen Investoren verlassen sich bei der Bewertung der mandatierten Manager auf rein Kapitalanlage-orientierte Benchmarks. Vor diesem Hintergrund fühlen sich die Berater von  Aon Hewitt in ihrer Auffassung bestätigt, wonach Performance-Rankings von Fiduciary Managern „irrelevant und irreführend“ sind und Investoren nicht helfen, den richtigen Partner zu finden. 

Auch wenn sich die Studie auf den britischen Markt bezieht, findet das Beratungshaus Parallelen, die auch für deutsche Pensionseinrichtungen und Berater von Bedeutung sind. Dr. Torsten Köpke, Head of Investment Consulting bei Aon Hewitt in Deutschland, betont: „Die Fragen, die sich englische Pensionseinrichtungen bezüglich ihrer Investitionen stellen, sind auch in Deutschland von großer Relevanz. Wir beobachten in den letzten Jahren, dass in Deutschland wie auch in Großbritannien immer mehr Altersvorsorgeeinrichtungen mit Fiduciary Managern zusammenarbeiten.“ Das betreffe auch kleinere und mittlere Altersvorsorgeeinrichtungen, so Köpke weiter. 

Wenig Zeit für die Kerndisziplin

Wie sich anhand der Studienergebnisse zeigt, vertrauen immer mehr Pensionseinrichtungen auf die externen Dienstleistungsangebote. Während in Großbritannien im Jahr 2011 etwa 18 Prozent der Pensionseinrichtungen auf Fiduciary Management zurückgegriffen haben, lag der Anteil in diesem Jahr bereits bei 37 Prozent. Die stetig wachsende Nachfrage wird auf auf zwei Schlüsselfaktoren zurückgeführt. Zum einen werde das Vermögensmanagement bei Altersvorsorgeeinrichtungen mit immer komplizierteren Investitionsentscheidungen konfrontiert. Als Beispiel dafür nennt Aon Hewitt Liability-Driven-Investment-Strategien. Zum anderen stehe den Verantwortlichen immer weniger Zeit für Anlageentscheidungen zur Verfügung. So gaben 73 Prozent der Befragten zu Protokoll, sich weniger als fünf Stunden pro Quartal damit zu befassen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten 63 Prozent derartige Zeitprobleme. 

Vor diesem Hintergrund wird Aon Hewitt nicht müde, auf die Vorteile von Fiduciary Management hinzuweisen. Die Unternehmen hätten nicht nur Zugriff auf die Expertise bei der Vermögensverwaltung, sondern ihnen werde auch die permanente Überwachung der Risiken abgenommen. 

Eine weitere Erkenntnis der Studienautoren: 59 Prozent der Befragten gaben an, im Fiduciary Management mit demselben Anbieter arbeiten zu wollen, mit dem sie bereits im aktuariellen Bereich und/oder bei Investmentthemen kooperieren. Zur Begründung heißt es: Die Dienstleister hätten das beste Verständnis bei der gemeinsamen Betrachtung von Kapitalanlagen und Verpflichtungen. Gleichzeitig äußerten viele der befragten Altersvorsorgeeinrichtungen Bedenken, die einerseits mit den Kosten für die Dienstleistungen einhergehen. Andererseits haben die Kapitalsammelstellen offenbar Schwierigkeiten, wenn es überhaupt darum geht, zwischen den Anbietern zu unterscheiden. 

Außerdem besagt die jüngste Aon-Hewitt-Studie, dass die Nutzung von Fiduciary Managern stark von der Größe der Portfolien abhängt. Demnach lassen Altersvorsorgeeinrichtungen mit einem Investitionsvolumen von mindestens einer Milliarde Pfund (1,3 Milliarden Euro) häufig nur einen Teil des Pensionsvermögens von Fiduciary Managern verwalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das gesamte Anlagevolumen über Fiduciary Management verwaltet wird, liegt bei einem Gesamtvermögen von weniger als 500 Millionen Pfund (640 Millionen Euro) deutlich höher. 

portfolio institutionell newsflash 13.10.2014/Tobias Bürger

 
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