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22.09.2010

Fitch: Aktive Asset Manager bleiben unter Druck

Fitch Ratings in New York

Fitch Ratings in New York

Trotz der Erholung 2009 gibt Fitch keine Entwarnung für die Fondsindustrie.

FRANKFURT - Die europäische Asset-Management-Industrie bleibt unter Druck. Wie aus einer aktuellen Analyse von Fitch Ratings hervorgeht, leidet die Fondsbranche nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise und dem daraus resultierenden volatilen Anlageverhalten von Investoren - ungeachtet der Erholung der Asset-Basis 2009.

"Wir sind der Meinung, dass die Mittelzuflüsse 2009 und 2010 in Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen, Emerging Markets und Rohstoffen eher opportunistische Allokationsentscheidungen darstellen. Investoren zielen mit solchen Investments darauf ab, Marktrenditen abzugreifen, sie sind weniger eine bewusste Entscheidung für aktiv verwaltete Produkte", schreiben die Fitch-Analysten Aymeric Poizot, Manuel Arrive und Roger Schneider.

Aufgrund dieser eher taktischen Vorgehensweise dürften diese Anlagen entsprechend nicht langfristige Allokationen darstellen, schlussfolgern die Experten. "Diese Asset-Klassen können auch von Exchange Traded Funds (ETF) abgebildet werden", so die Fitch-Analyse. Fitch verweist in diesem Zusammenhang auf die Mittelzuflüsse in ETF in diesem Jahr: 24 Prozent der Zuflüsse in ETF in Europa sind per Ende Juli laut einer Black-Rock-Statistik in Emerging-Markets-Equities geflossen, 22 Prozent in passive Rohstoffvehikel.

Die Beziehung der aktiven Asset Manager zu Privatkunden befinden sich infolge der Finanzkrise in einem schwierigen Fahrwasser, wie aus der Fitch-Analyse weiter hervorgeht. Dies manifestiere sich in allgemeiner Kaufzurückhaltung. Auch wenn sich die Vermögensverwaltungsindustrie in der Finanzkrise im Bewusstsein der Anleger besser geschlagen habe als die Banken, habe die Branche einen Reputationsschaden erlitten.

Die Fitch-Analyse empfiehlt der Fondsbranche, mehr Transparenz zu zeigen, nicht notwendigerweise weniger riskante Produkte aufzulegen. Anleger forderten umfangreichere und klarere Produktbeschreibungen. Unter anderem müssten die Quellen der Performance klar kommuniziert werden und auch mehr Szenario-Analysen zur Verfügung gestellt werden.

Auf der Produktseite müsse die Asset-Management-Industrie dem veränderten Bewusstsein der Anleger mit Blick auf Rendite-Risiko-Profile der Produkte Rechnung tragen. Diversifizierende und damit auch das Risiko kontrollierende Lösungen seien gefordert, die den höheren Anforderungen an die Liquidität Rechnung tragen, so die Analyse von Fitch Ratings weiter.

portfolio institutionell newsflash 22.09.2010/maa/gor

 
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