Obwohl die deutschen Lebensversicherer für das abgelaufene Jahr deutlich verbesserte Ergebnisse berichten werden, behält die Ratingagentur Fitch ihren negativen Ausblick für diese Branche bei. Fitch Ratings war die erste Agentur, die 2007 einen negativen Branchenausblick erteilt hatte. "Den deutschen Versicherern bleibt keine Atempause", stellte Analyst Tim Ockenga anlässlich der Vorstellung des Fitch-Spezialreports zur deutschen LV-Branche fest.
Die Nettoverzinsung deutscher Lebensversicherer ist nach den Untersuchungen von Fitch 2009 im Vergleich zum Vorjahr auf über vier Prozent (2008: 3,4 Prozent) gestiegen. "Das ist die eigentlich positive Nachricht", so Ockenga. Neben der allgemeinen Erholung an den Kapitalmärkten sei dafür ein weiterhin hoher durchschnittlicher Kupon im festverzinslichen Wertpapierportfolio von schätzungsweise rund 4,5 Prozent sowie ein relativ hoher Wiederanlagekupon in Höhe von circa 4,3 Prozent verantwortlich. Über die Neu- und Wiederanlage kam es 2009 nach Erkenntnissen von Fitch zu erheblichen Umschichtungen in den Wertpapierportefeuilles der deutschen Lebensversicherer. So verdoppelten sich nach Einschätzung der Ratingagentur die Investitionen in Unternehmensanleihen (ex Finanzinstitute) und europäischen Staatsanleihen (ex Deutschland). "Hier war sicherlich das Ziel ausschlaggebend, höhere Kupons zu erwirtschaften", erläuterte Ockenga. Wegen der weiterhin sehr guten Bonität dieser Anlagen hält Fitch die Umschichtung in risikoreichere Papiere allerdings für unbedenklich.
Die Aktienquote inklusive Genussrechten blieb Ende 2009 relativ stabil bei rund fünf Prozent (2008: 4,8 Prozent). Es seien aber gegenläufige Trends zu erkennen gewesen. Zum einen konnten einige Gesellschaften von den Kurserholungen deutlich profitieren. Zum anderen gab es Versicherer, die 2008 sehr hart von der Krise betroffen waren und daher 2009 ihre Aktienquoten weiter reduziert haben. Für die nähere Zukunft erwartet Fitch Ratings eine eher opportunistische Kapitalanlagestrategie hinsichtlich risikoreicher Anlagen. Das niedrige Zinsniveau sollte zu einer Verlängerung bei der Duration festverzinslicher Anlagen führen, da Versicherer derzeit über den Kauf länger laufender Anleihen einen höheren Kupon zu erzielen versuchen. Ähnlich wie nach dem Börsencrash von 2002/2003 erwartet die Ratingagentur, dass es in den nächsten Jahren zu einer stärkeren Differenzierung in der Branche kommen wird. Kapitalstarke Gesellschaften konnten Opportunitäten am Kapitalmarkt nutzen und damit Reservepolster aufbauen. "Dieser Umstand wird die Wettbewerbsfähigkeit und die Überschussbeteiligung maßgeblich beeinflussen", prophezeite Ockenga.
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16.03.2010
Fitch bleibt be negativem Ausblick für LV-Branche
Obwohl die deutschen Lebensversicherer für das abgelaufene Jahr deutlich verbesserte Ergebnisse berichten werden, behält die Ratingagentur Fitch ihren negativen Ausblick für diese Branche bei.
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