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02.12.2009

Französischer Wertpapierhüter Caceis will wachsen

München: Sitz von Caecis in Deutschland

München: Sitz von Caecis in Deutschland

Das Geschäftsfeld "Fondsadministration" soll hierzulande aufgebaut werden.

FRANKFURT/PARIS - Wer ist Caceis? Viel Aufklärungsarbeit leistete die Crédit Agricole-Tochter seit Ende 2007, als man in Deutschland die Depotbankaktivitäten der HVB übernahm.

Damals galt es, die HVB-Kunden jeweils einzeln ­davon zu überzeugen, ihre Wertpapiere auf den auch heute noch eher unbekannten französischen Verwahrer zu übertragen - ein langwie­riger Prozess, der erst im Juli 2009 abgeschlossen wurde, als an einem Wochenende alle Wertpapiere migriert wurden.

Die Projektgröße, die Abgeltungssteuer - Caceis ist auch Service-Provider für die Retail-Kunden der HVB - sorgten neben der fehlenden Bekanntheit für ­einen komplexen Umsetzungsprozess. "Bei der Überzeugungsarbeit hat uns neben unserer Servicequalität schlussendlich auch die Finanzkrise geholfen. Denn unser Mehrheitseigner Crédit Agricole verfügt mit einem Rating von AA- über eine hervorragende Bonität", sagte Caceis-Geschäftsführer Evert van den Brink.

15 Prozent an Caceis hält die Investmentbank Natixis. "95 Prozent der institutionellen HVB-Kunden haben bei uns unterschrieben. Bei der HVB verblieben sind diejenigen, die keinen Bedarf an Custody-Services haben." Damit betreut Caceis in Deutschland mit 18 KAGen etwa ein Viertel aller KAGen.

Zu den Kunden zählen namhafte Adressen. Investoren­seitig hat sie als Depotbank von der HVB unter anderem die ­Münchener Rück und diverse Pensions­kassen übernommen. Damit nimmt Caceis nach eigenen Angaben mit 75 Milliarden Euro Assets under Depotbank in Deutschland den vierten Rang ein. Insgesamt "hütet" sie weltweit 2,22 Billionen Euro und ist damit die Nummer eins in Frankreich und die Nummer acht weltweit. Europaweit die Nummer eins ist ­Caceis in der Fondsadministration. Dort verwaltet sie inklusive alternativer Assets 1,03 Billionen Euro für 8.420 Fonds. Vergleicht man die Dienstleistungen, sieht van den Brink die Konkurrenz ­weniger breit aufgestellt: "Die BNP Paribas und State Street machen zum Beispiel kein Transaktions-Banking, State Street macht auch kein Clearing."

Nachdem Caceis durch den HVB-Deal etwas die Hände gebunden waren, soll das Geschäftsfeld "Fondsadministration" nun auch hierzulande aufgebaut werden. Der Startschuss fiel mit einem Letter of ­Intent mit einem Asset Manager, der bislang seine Fonds selbst ­administrierte. "Eine KAG-Lizenz wollen wir Stand heute aber nicht beantragen. Schließlich haben wir ja auch viele KAGen als Kunden", so van den Brink.

Die Fondsadministration der HVB konnte sich damals die Société Générale Securities Services (SGSS) sichern. Wie die Vergangenheit lehrt, lassen sich Wachstumspläne im Administrationsgeschäft aber nur zäh umsetzen. "Die lang erwartete Konsolidierungs­welle rollt immer noch nicht wirklich an. Gerade bei Landesbanken ist die politische Komponente sehr stark", so van den Brink. Mit einer starken politischen Komponente lässt sich aber auch der Langmut beschreiben, mit dem die Bank an V3 von Sungard fest­hält. Unter den Depotbanken dürfte Caceis die größte Nutzerin dieser Software sein. 2010 will sie den V3-Nachfolger GP3 implementieren, da Caceis in Frankreich und Luxemburg bereits mit GP3 arbeitet.

Diverse Wachstumsphantasien

In der Zukunft könnten sich die Wachstumspläne mancher ­Anbieter vielleicht aber auch etwas schneller umsetzen lassen. Wie von Dritten zu hören ist, ist zum Beispiel derzeit die Meag mittels ­einer Ausschreibung dabei, ihre Depotbankenlandschaft auf weniger Adressen zu konzentrieren. Noch größeres Wachstumspotenzial auf dem Administrationsmarkt bietet eine Übernahme von BHF Asset Services, die der neue Eigner Deutsche Bank zum Verkauf gestellt hat. Möglicherweise schließen sich Anbieter auch zu Joint Ventures wie einst zwischen BHF-Bank und BNY zusammen. Nicht völlig über­raschen sollte eine Zusammen­arbeit zwischen Caceis und der SGSS. Einmal haben die Mutter­konzerne im Januar bereits die Asset-­Management-Einheiten fusio­niert. Zum anderen haben beide mit der HVB beziehungsweise der Unicredit den gleichen Hauptkunden in Deutschland.

portfolio institutionell newsflash 02.12.2009/pe/jan

 
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