Mit einer Tarnfirma kassierte Achim S. hohe Provisionen von den Firmen.
KÖLN - Sechs Versicherungsunternehmen, darunter die Nürnberger und Gothaer, sind einem Provisionsbetrug mit Altersvorsorgeprodukten zum Opfer gefallen, bei dem eine Tarnfirma eingesetzt wurde. Der Gesamtschaden wird auf 350.000 Euro beziffert.
Der Hintergrund: Achim S. hatte im Herbst 2007 über eine Ausschließlichkeitsorganisation eine betriebliche Altersversorgung (bAV) für zunächst 14 Personen einer fiktiven Firma "Daten und Informationsservices GmbH (DISG)" organisiert. Die bAV-Produkte kamen von sechs Versicherungen.
Damit alles normal erschien, mietete Achim S. Büroräume im Kölner Mediapark und nannte die Daten von real existierenden Personen. Im Schriftverkehr gab er sich zudem als DISG-Geschäftsführer "Waldemar Rymsza" aus. "Von außen sah alles sehr professionell aus. Leute haben in den Büros gearbeitet", sagte eine mit dem Fall vertraute Person.
Der bAV-Deal kam zustande und Achim S. überwies für die 14 fiktiven Mitarbeiter die ersten Prämien. Daraufhin zahlten die sechs Versicherungen über die Ausschließlichkeitsorganisation Provisionen zwischen 20.000 und 70.000 Euro pro Kopf an die DISG.
Im Dezember 2007 gelang es "Waldemar Rymsza", für 15 weitere Mitarbeiter der DISG eine bAV zu organisieren. Wieder flossen Provisionen und Achim S. schaffte es sogar, bereits gezahlte Beiträge für Februar 2008 zurückerstatten zu lassen.
Nach Angaben der Nürnberger Versicherung hatte die Ausschließlichkeitsorganisation den Betrug ans Licht gebracht und Achim S. wurde schließlich verhaftet und angeklagt. Vergangene Woche verurteilte ihn das Landgericht Köln zu vier Jahre Haft wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Sein Komplize Hans-Hermann O. kam mit einer einjährigen Bewährungsstrafe davon.
Auf die Frage, ob die Kontrollmechanismen der Nürnberger funktionierten, antwortete der Versicherer: "Es gibt Rechercherichtlinien, die vorsehen, dass eine unabhängige Wirtschaftsauskunft eingeholt wird. Diese Auskunft enthielt keine Negativmerkmale, was die Firma DISG anging."
Bei der Gothaer hieß es: "Bei Achim S. gab es eine sehr trickreiche und kriminelle Herangehensweise, da die betroffene GmbH die Prüfmechanismen erfüllte. Ein Grund hierfür ist, dass sehr gut gefälschte Unterlagen vorgelegt wurden, die nicht rechtzeitig erkannt wurden."
portfolio institutionell newsflash 16.06.2010/jan/rko





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