Stiftungen
02.05.2018

Hertie-Stiftung setzt weiter auf Private Equity

John-Philip Hammersen (links) und Rainer Maucher (Foto: Angelika Stehle).

Die Geschäftsführer John-Philip Hammersen und Rainer Maucher erörtern, wie man als Stiftung mindestens auf der Höhe der Zeit bleibt und bei der Kapitalanlage auch mal einen Schritt voraus ist. Lesen Sie Auszüge aus dem Interview.

Meine Herren, stabile Netzwerke und vertrauensvolle Beziehungen zu einflussreichen Personen sind durch nichts zu ersetzen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein solches Umfeld aufgebaut. Vorstand und Kuratorium sind mit zahlreichen Persönlichkeiten besetzt. Sie verfügen außerdem über gut 250 Kooperationen zu Ministerien, Hochschulen, Unternehmen, Kommunen und anderen Stiftungen. Sechs Bundespräsidenten sind Schirmherren Ihrer Projekte. Was macht die Hertie-Stiftung für Dritte so attraktiv? 

John-Philip Hammersen: Unser Netzwerk hängt ganz wesentlich mit den Personen zusammen, die die Hertie-Stiftung ab dem Jahr 2000 groß gemacht haben. Zu nennen ist hier vor allem Dr. Michael Endres. Er war von 2000 bis 2012 Vorstandsvorsitzender und hat in dieser Zeit die Stiftung maßgeblich aufgebaut. Herr Dr. Endres kam von der Deutschen Bank und ist sehr gut vernetzt. Und dieses Netzwerk ist gewachsen, was für die Stiftungsarbeit sehr hilfreich ist. 

Inwieweit spielen auf Stiftungsebene Spenden eine Rolle, um die laufenden Ausgaben zu finanzieren? 

Rainer Maucher: Bei uns spielen Spenden und auch Zustiftungen keine wesentliche Rolle. Wir sind nahezu zu 100 Prozent selbstfinanziert. Es gibt bei einzelnen Projekten Drittmittel – das bereits genannte „Jugend debattiert“ ist ein gutes Beispiel dafür. Zusätzlich werben die von der Stiftung gegründeten Institutionen Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Hertie School of Governance und Start-Stiftung selbst Drittmittel ein, welche die Fortentwicklung ihrer Projekte und Aktivitäten unterstützen und das Wirken der gesamten Stiftung verstärken. 

Ich habe mir Ihr Portfolio von 2016 angeschaut: 40 Prozent entfallen auf Aktien, dann erst kommen Renten und Immobilien sowie alternative Anlagen inklusive Private Equity. Es ist schon sehr interessant, dass eine deutsche Stiftung Private Equity goutiert. Sehen Sie sich als Vorreiter in Deutschland? 

Maucher: Mit dem Begriff Vorreiter bin ich etwas vorsichtig. Wir sind nicht die einzige deutsche Stiftung, die sich hier engagiert. Unter den großen, die auch eine gewisse Transparenz über ihre Anlagen bieten, sind wir wahrscheinlich die einzigen, die das so dezidiert betreiben, und zwar seit dem Jahr 2005. Das war damals eine strategische Entscheidung. Wir haben unser Engagement sukzessive auf zehn Prozent der Anlagen ausgebaut. Private Equity ist unsere Anlage mit der höchsten Rendite. Wir wollen daran festhalten und haben für unsere Zweckverwirklichung daraus sehr schöne Erträge generieren können. 

Wie gehen Sie mit den laufenden Ausschüttungen um? 

Maucher: Die vergangenen fünf Jahre waren hervorragend im Private-Equity-Bereich. Wir haben mehr erzielt als wir neu investiert haben, was auch mit der für Private Equity üblichen J-Curve der Zahlungsströme zu tun hat. Inzwischen haben wir ein reifes Portfolio, das konjunkturbedingt gute Erträge und Rückzahlungen mit sich bringt. Wir tätigen gezielt Neuinvestments. 

Das vollständige Interview finden Sie in der April-Ausgabe 2018 von portfolio institutionell und seit 11. Mai 2018 auch hier (Klick öffnet neues Fenster).

portfolio institutionell 02.05.2018/Tobias Bürger​

 
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