Schwarzer Schwan der Woche
06.07.2018

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Wohnen wird immer teurer? Nein! Man muss nur gut verdienen.

Die Frage, ob Transitzentren für Flüchtlinge dazu beitragen, die Europäische Union zu retten, dürften viele Bundesbürger damit beantworten, dass Bundestrainer Löw unbedingt Lehroi Sahne mit zur WM hätte nehmen müssen. Die Neigung, das politische und wirtschaftliche Weltgeschehen mit Fußball auszublenden ist nun mal groß. Ganz von Sachzwängen können sich die Lieblinge der Massen selbst aber nicht freimachen. Beispiel Immobilien: Das Betongold spielt bekanntlich bei Gutverdienern eine Rolle – aber nicht immer eine gute.

So wird in Bad Homburg gern gelästert, dass das Haus von Weltmeister Andy Möller komischerweise kleiner ist, als das seines langjährigen Managers Klaus Gerster in der direkten Nachbarschaft. Aber Gerster soll ja schon als Jugendtrainer über Möller gesagt haben: „Mit dem Andy, da schnapp´ isch mir mal ´ne Million.“ Häuser können aber auch bei Balltretern nicht nur kleiner ausfallen sondern auch einmal zur Last fallen. Wem vom Mittelklasseverein Werder Bremen der Sprung zu einem europäischen Top-Verein gelingt, hat regelmäßig das Problem, seine Immobilie wieder los zu werden. Die „Luxuswohnung“ – so Bild – von Mesut Özil stand nach seinem Wechsel zu Real Madrid noch mindestens fünf Monate leer. Der Bremer Immobilienmarkt ist in den höheren Preisklassen eben nur bedingt liquide. Ex-Profi Michael „Zico“ Zeyer – aktiv in den 90ernunter anderem beim VfB Stuttgart – rechnete in der Zeitung „Die Zeit“ lakonisch vor, dass man in einer Fußballkarriere etwa fünf Millionen Euro verdienen kann – davon gibt man aber während der Karriere schon eine aus, ein Haus kostet eine weitere Million, dann kann nach der Karriere eine Scheidung zwei Millionen kosten und die letzte Million ist nach zehn Jahren aufgebraucht. An einen gewissen Lebensstandard hat man sich eben gewöhnt.

Manuel Neuer erfüllt sich Immobilientraum

Doch eine Million für ein Haus ist natürlich ein eher pauschaler Richtwert. Interessanter wäre zu wissen, wie lange verdiente, pardon gut verdienende, Fußballer ihrer Arbeit nachgehen müssen, um die Kosten für ihre Häuser zu bezahlen. Weissmaler, einem Anbieter für Maler und Bodenverlegearbeiten, gebührt das Verdienst, diese Wissenslücke geschlossen zu haben. Aus der Weissmaler-Analyse, die den Hauskaufpreis ins Verhältnis mit den jeweiligen Jahresgehältern und den absolvierten Ligaspielen der vergangenen Saison setzt, geht hervor, dass Nationaltorwart Manuel Neuer lediglich 180 Spielminuten brauchte, um seine Villa am Tegernsee zu bezahlen. Dieser Wert wird natürlich stark davon beeinflusst, dass Neuer in der vergangenen Saison verletzungsbedingt nur zwei Bundesligaspiele machte. Aber: zweimal kicken für ein Haus am Tegernsee – da werden Immobilienträume wahr. Sami Khedira musste dagegen deutlich länger arbeiten, um sein Häusle in Stuttgart zu bezahlen: 1.922 Spielminuten in der Seria A. In Paris, London, Madrid oder Barcelona spielende Kollegen brauchten deutlich weniger Spielminuten, um ihre Unterkunft zu bezahlen. Dies zeigt, dass die Schwabenmetropole eben ein teures Pflaster ist – oder dass Khedira zu wenig verdient?

Mit etwa acht Minuten Spielzeit hat aber Neymar das Geld am schnellsten wieder in der Tasche. Bei einem Gehalt von 20.604 Euro pro Spielminute kein Wunder. Aber er wohnt in Paris auch nur zur Miete. Kalkuliert man dann aber noch ein, dass Neymar pro Spiel auch noch minutenlang auf dem Boden zu liegen pflegt – bei der WM bislang insgesamt 14 Minuten – so hat Neymar die Miete nicht nur schnell sondern teilweise auch sehr bequem verdient.

Noch eine schöne WM und schöne Immobilienträume wünscht Ihnen Ihr Team von portfolio institutionell!

 
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