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07.03.2016

Impact Investments: Anlagen haben sich verdreifacht

Dr. Brigitte Mohn (Foto: Bertelsmann-Stiftung)

Stiftungen und Privatpersonen investieren am häufigsten in Anlagen mit sozialer Wirkung.

Der Markt für Social Impact Investments, auch wirkungsvolles Investieren (WI) genannt, hat sich seit 2012 in Deutschland verdreifacht. Investments, die nicht nur Rendite bringen, sondern auch eine gesellschaftliche, soziale oder ökologische Wirkung haben, wurden 2015 rund 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2012 waren es nur 24 Millionen Euro. Dies ergab eine Studie aus der Reihe „Social Impact Investment in Deutschland“, die von der Bertelsmann herausgegeben wurde. Die Autoren des Berichts analysierten den Markt für wirkungsorientiertes Investieren auf Basis von Berichten der Marktakteure und Befragungen von Investoren und Intermediären. Einen ähnlichen Marktbericht gab es bereits 2012.

Wie aus der Studie hervorgeht, flossen 20 Prozent der Gelder, die zwischen 2013 und 2015 wirkungsorientiert investiert wurden, in die Förderung von Beschäftigung, 18 Prozent in Bildungsprojekte. Oft komme das Geld von vermögenden Privatpersonen, aber auch Stiftungen nehmen eine immer aktivere Rolle ein, wie die Autoren des Berichts feststellen. Private Personen und Stiftungen waren Ende 2015 mit 76 Prozent am investierbaren WI-Vermögen beteiligt, institutionelle Investoren hingegen nur mit 24 Prozent. Die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG, die BMW Stiftung Herbert Quandt und die Bertelsmann-Stiftung investieren derzeit zehn Millionen Euro wirkungsorientiert und geben an, „mittelfristig mehr Geld wirkungsorientiert anlegen zu wollen“. 

Laut den Berechnungen der Autoren der Studie „blieb die Zahl der jährlichen WI-Transaktionen mit mindestens 100.000 Euro Transaktionsvolumen über die Jahre 2013 bis 2015 weitgehend stabil bei etwa zwölf bis 15 Transaktionen“. Berücksichtigt wurden die deutschen Investitionen der Fonds (Bon Venture, Ananda Ventures, Tengelmann Social Ventures) und der Stiftungen mit WI-Vermögenszusagen (beide BMW-Stiftungen und die Bertelsmann-Stiftung) sowie die über die Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship (Fase) geschlossenen Transaktionen. „Die jährliche Anzahl der Transaktionen hängt dabei entscheidend von der Aktivität weniger Akteure ab“, heißt es in der Studie. Daher falle eine geringere Aktivität eines einzelnen Intermediärs oder Investors, etwa durch Fundraising für einen neuen Fonds, stark ins Gewicht, was die Marktaktivität abschwächte. Durch die Auflage neuer Fonds rechnen die Studienautoren allerdings mit einer Zunahme der Transaktionen. 2015 lag das jährliche Transaktionsvolumen zwischen vier und fünf Millionen Euro, dieses Jahr könnten jährliche Transaktionen von sieben bis acht Millionen erreicht werden. 

Das Wachstum existierender Fondsgesellschaften zeige, dass sich der Markt für wirkungsorientiertes Investieren dynamisch entwickelt. Somit werden spezialisierte Verwalter und Berater gebraucht. Eine von der Bertelmann Stiftung koordinierte Expertengruppe sieht besonders bei der Innovation, Prävention und Verbreitung guter Ideen zur Lösung von sozialen Herausforderungen Bedarf für wirkungsorientierte Investitionen in Deutschland, denn trotz des ausgebauten Sozialsystems gibt es Finanzierungslücken. Dies setze allerdings eine aktive Förderpolitik voraus, wie sie etwa in Großbritannien praktiziert wird: „Im internationalen Vergleich sieht man, dass der Markt nur dort nennenswert wächst, wo der Staat geeignete Rahmenbedingungen schafft“, betont Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Der erste Schritt wäre, auf Bundesebene eine Kompetenzstelle für wirkungsorientiertes Investieren zu schaffen, um einen ganzheitlichen Förderansatz seitens der Politik zu prüfen und umzusetzen.

„Die Studie basiert auf einer ausführlichen Recherche von deutschen und internationalen Marktberichten sowie Jahresberichten und Pressemitteilungen der Marktakteure“, schreiben die Verfasser zur Methodologie. Zur Erhebung der Marktzahlen wurden zwischen Juni und November 2015 Investoren und Intermediäre hinsichtlich ihrer Investitionstätigkeit befragt. Ergänzend dazu wurden mit 19 Investoren, Intermediären und Experten für wirkungsvolles Investieren Gespräche geführt.

portfolio institutionell newsflash 07.03.2016/Rebecca Lück

 
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