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26.05.2010

Institutionelle erhöhen Engagement in nachhaltigen Anlagen

Nachhaltige Fonds ermöglichen Investitionen in Photovoltaik

Nachhaltige Fonds ermöglichen Investitionen in Photovoltaik

Sie glauben aber nicht, dass sie damit ihre Rendite steigern können.

FRANKFURT - Deutsche Institutionelle haben im Vergleich zum Vorjahr ihr Engagement in nachhaltige Investments ausgebaut. Wie aus einer neuen Studie der Union Investment hervorgeht, waren im Frühling dieses Jahres 68 Prozent dieser Anleger in derartigen Produkten engagiert und damit vier Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Der Anteil nachhaltiger Investments am Gesamtportfolio (Volumen: 920 Milliarden Euro) sei zudem im Vergleich zum Vorjahr um 76 Prozent gestiegen.

"Der Anstieg nachhaltiger Investments darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass institutionelle Investoren nach wie vor ein zwiespältiges Verhältnis zur nachhaltigen Kapitalanlage haben", kommentierte Alexander Schindler, der als Union-Vorstand verantwortlich für das institutionelle Geschäft ist.

In der Tat gaben 74 Prozent der Anleger an, sie kaufen nachhaltige Produkte aus Image- beziehungsweise Marketing-Gründen. 70 Prozent der Investoren sagten, sie reagieren auf die Wünsche ihrer Kunden oder ihrer Mitglieder. Nur 40 Prozent (2009: 50 Prozent) meinten hingegen, sie erwarten durch das nachhaltige Investieren eine bessere Rendite.

Auf Sicht von fünf Jahren rechnet die Mehrheit der Investoren (55 Prozent) jedoch mit einer positiven Markentwicklung bei nachhaltigen Anlageprodukten. Gleichwohl wollen die Investoren bis 2015 ihre Nachhaltigkeitsquote nur noch um durchschnittlich 51 Prozent erhöhen und damit halb so viel wie im Vorjahr (siehe auch frühere Meldung).

Im Auftrag von Union hatte Schleus Marktforschung in Hannover 242 deutsche Profi-Anleger, darunter Versicherer, Pensionskassen und kirchliche Einrichtungen, vom März bis April 2010 befragt.

Studienautor Rene Schleus sagte, die Ambivalenz der Anleger bezüglich Nachhaltigkeit hängt auch mit unzureichendem Wissen zusammen. "Die Einstellung vieler professioneller Investoren ist zunehmend von Skepsis geprägt. Ein Grund hierfür kann darin liegen, dass der Markt komplexer und schnelllebiger geworden sei. Dabei (Anm. d. Red.) liege der Kenntnisstand der Anleger weiterhin auf einem verbesserungswürdigen Niveau", so Schleus.

Positiv für Union war immerhin die Aussage, dass die Investoren "Optimierung des Risikomanagements" als wichtigsten Grund für ihr Engagement in nachhaltigen Anlagenprodukten nannten. Versicherungen legten der Studie zufolge besonders viel Wert auf diesen Aspekt.

Was unter Optimierung zu verstehen ist, erklärte ein Union-Sprecher: "In der klassischen Risikoanalyse werden Ereignisse mit niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit, aber großen Folgen sehr oft ausgeschlossen. Durch eine nachhaltige Betrachtungsweise können diese "Fat-Tail-Risiken" aufgezeigt und in der Analyse entscheidungsrelevant berücksichtigt werden."

Er ergänzte: "So kann zum Beispiel das Risiko-Rendite-Profil eines Versorgungsunternehmens durch ein auf Nukleartechnik fokussierten Kraftwerkpark oder einen überhöhten CO2-Ausstoß aufgrund unabsehbarer Folgekosten unattraktiv werden."

portfolio institutionell newsflash 26.05.2010/jan/kbe

 
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