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22.12.2010

INTERVIEW: 2010 war ein Rekordjahr für Hauck & Aufhäuser

Michael Bentlage

Michael Bentlage

Das von der Bank gemanagte institutionelle Vermögen steigt um 50 Prozent.

FRANKFURT - Für das institutionelle Geschäft der Münchener Privatbank Hauck & Aufhäuser ist 2010 ein Rekordjahr gewesen. Die Bank, die traditionell auf Aktien- und Rentenfonds spezialisiert ist, hat in vergangenen zwölf Monaten das verwaltete institutionelle Vermögen um 50 Prozent auf drei Milliarden Euro gesteigert.

Im Interview mit portfolio institutionell führte Michael Bentlage, Partner bei Hauck & Aufhäuser, das Rekordgeschäft auf eine starke Nachfrage nach den klassischen Produkten des Hauses sowie auf Absolute-Return-Fonds (AR-Fonds) zurück, die im Frühjahr 2010 erstmals lanciert wurden.

Bei den AR-Fonds gibt es drei Varianten: Einen risikoreicheren Fonds, der je nach Marktlage Aktien, Renten, Devisen und Rohstoffe kauft oder verkauft; einen Aktienfonds mit Overlay-Strategie, um die Volatilität möglichst gering zu halten; und demnächst ein Rentenfonds, der zwecks Renditesteigerung High-Yield-, Unternehmens- und Wandelanleihen einbezieht.

Die Fonds werden von dem Spezialisten Eckhard Cornehl konzipiert, den Bentlage zwei Monate nach seinem Wechsel von Bayern Invest zu Hauck & Aufhäuser eingestellt hat (siehe auch frühere Meldung). Cornehl kam von der Zulauf Asset Management in der Schweiz, wo er die Handelsstrategien sowie die Asset Allokation von Absolute Return Fonds verantwortete.

"Mit unserem Absolute-Return-Aktienfonds stoßen wir gerade bei deutschen Pensionskassen und Versicherungen auf hohes Interesse", sagte Bentlage. Die ersten drei Mandate für das Produkt starten im ersten Quartal. "Meine Wahrnehmung ist, dass gerade bei diesen Anlegern das Aktienexposure wieder hochgefahren wird", so der Partner in der Frankfurter Dependance der Bank weiter.

Bentlage ist allerdings skeptisch, dass die Aktienmärkte in den nächsten Jahren so gut laufen werden wie 2009 oder 2010: "Die höchsten Renditen wurden im Frühling 2009 bereits erzielt. Man sieht, dass die Performance 2010 ein Tick schlechter war als 2009. Die Konjunkturlage in Deutschland wird 2011 gut sein, aber ich glaube nicht, dass es am Aktienmarkt so viel Luft nach oben gibt."

Bentlage räumte zudem ein, dass die AR-Fonds der Privatbank den eigentlichen Test - nämlich bei negativen Märkten eine positive Rendite zu erwirtschaften - noch vor sich haben. "Aber wir haben den Vorteil, dass unsere Senior Portfoliomanger Ende 40 oder Anfang 50 sind und damit einige Zyklen durchgemacht haben. Das ist der große Unterschied zwischen uns und den Großbanken, wo teilweise junge Leute das Portfoliomanagement machen."

Für 2011 rechnet Bentlage mit einer Fortsetzung des bisherigen Umsatzerfolgs: "Wir haben uns vorgenommen, im kommenden Jahr eine weitere Milliarde Euro einzusammeln. Dazu werden wir unseren institutionellen Vertrieb bis Ende 2011 auf fünf Mitarbeiter ausbauen." Neben Bentlage, der bei Hauck & Aufhäuser auch den Handel und den Treasury verantwortet, besteht der Vertrieb aus zwei Personen, darunter Nadine Fugert, die jahrelang Vertriebsleiterin für Deutschland beim Multi-Manager-Spezialisten SEI war (siehe Meldung).

Vor seinem Wechsel zu Hauck & Aufhäuser im Herbst 2009 war Bentlage sieben Jahre lang Chef der Bayern Invest. Während seiner Amtszeit verdoppelte die Fondstochter der Bayern LB ihre Assets von 12 auf 24 Milliarden Euro. Im Rückblick sagte er: "Worauf ich besonders stolz bin, ist die Verbesserung bei der Feri-Umfrage. Als ich bei Bayern Invest anfing, waren wir hinsichtlich der Qualität des Portfoliomanangements und der Kundenbetreuung ganz unten. Sieben Jahre später standen wir in beiden Kategorien ganz oben."

portfolio institutionell newsflash 22.12.2010/jan/rko

 
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