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16.03.2011

INTERVIEW: Aberdeen lanciert neue Immo-Spezialfonds

Hartmut Leser, Aberdeen

Hartmut Leser, Aberdeen

Hartmut Leser, Deutschland-Chef bei Aberdeen, im Gespräch.

FRANKFURT - Aberdeen Asset Managers will 2011 drei bis fünf neue Immobilien-Spezialfonds für institutionelle Investoren lancieren. Der erste davon, ein paneuropäischer Fonds, soll in den kommenden Wochen aufgelegt werden. Das sagte Hartmut Leser, Deutschland-Chef von Aberdeen, in einem Interview mit portfolio institutionell.

Dafür geht der Rückzug aus dem Geschäft mit offenen Immobilienfonds weiter. Aberdeen hatte Ende 2007 die Gesellschaft Degi, einem Anbieter von offenen Immobilienfonds, übernommen. Während der Finanzkrise erwies sich die Übernahme als unglücklich, da Aberdeen wegen massiver Abflüsse seiner drei Degi-Fonds schließen musste. Ein großes Problem waren die Immobilienanlagen in Osteuropa, die von der Krise stark betroffen waren.

Es kam noch härter: Im Februar 2010 musste Aberdeen wegen der Probleme in Osteuropa den "Degi Global Business" um 21 Prozent abwerten. Zudem verließen wenig später die langjährigen Degi-Geschäftsführer Bärbel Schomberg und Malcom Morgan die Gesellschaft (siehe Meldung). Leser wurde zum Vorstandsvorsitzenden für Deutschland befördert. Im Herbst 2010 entschied sich Aberdeen schließlich für die Abwicklung des Retail-Fonds "Degi Europa".

Leser sagte im Interview, Aberdeen werde im Herbst 2011 versuchen, den institutionellen Fonds Degi Global Business und den Retail-Fonds Degi International wieder zu öffnen. "Die Entscheidung liegt aber bei den Investoren." Der Degi Global Business verfügt heute über 300 Millionen Euro an Assets, beim Degi International sind es gar 1,2 Milliarden Euro.

Insgesamt haben etwa 70 institutionelle Anleger und Privatkunden 4,5 Milliarden Euro in die Immobilienfonds von Aberdeen investiert. Weitere 70 Kunden haben zudem 4,1 Milliarden Euro in die Aktien- und Rentenfonds von Aberdeen angelegt.

Für Leser, der die Frankfurter Dependance von Aberdeen vor vier Jahren gründete, ist das ein "fantastisches" Ergebnis. "Wir sind mittlerweile größer als andere ausländische Häuser, die viel länger in Deutschland tätig sind, zum Beispiel Credit Suisse oder Henderson Global Investors", sagte er weiter. Im Immobilienbereich gilt Hendersons Joint Venture mit der Privatbank M.M. Warburg als ein großer Wettbewerber.

Aberdeens Absatzzahlen in Deutschland bestätigen den bisherigen Erfolg. Im Geschäftsjahr 2009/2010, das Ende September 2010 endete, sammelte Aberdeen 1,3 Milliarden Euro ein. In den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres (Oktober 2010 bis Januar 2011) verzeichnete die Gesellschaft bereits Zuflüsse in Höhe von 700 Millionen Euro. Allerdings ist der enorme Zufluss laut Leser größtenteils auf einen einzelnen Investor zurückzuführen.

Der Deutschland-Chef von Aberdeen stellte auch klar, dass die Kernkompetenzen des Managers - Aktien-, Renten- und Immobilienprodukte - sich nicht verändern werden. "Wir laufen keinen modischen Trends - zum Beispiel Absolute Return - hinterher, und unser Investmentstil ist überall gleich", sagte er. "Die Aktienfonds in Philadelphia werden genauso gemanagt wie in London oder Singapur. Wir stehen also für Verlässlichkeit, Kontinuität und Transparenz."

portfolio institutionell newsflash 16.03.2011/jan/gcu

 
Jan F. Wagner
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