Der drittgrößte Pensionsfonds der Welt, ABP, hat seinen neuen Drei-Jahres-Investmentplan bekanntgegeben. Bei der Neuverteilung ihrer 208 Milliarden Euro dotieren die Holländer künftig die Anlageklassen stärker, deren Rendite mit der Inflationsentwicklung verbunden ist. Angehoben wird insbesondere das Gewicht von Aktien aus Schwellenländern. Diese Allokation steigt von fünf auf sieben Prozent. Dies geschieht zulasten der Dividendentitel aus den klassischen Anlageregionen, deren Anteil nicht mehr auf 24, sondern nur noch auf 20 Prozent kommt. Gestutzt werden auch Unternehmensanleihen, deren Anteil um fünf Prozentpunkte auf 16 Prozent sinkt. Des Weiteren sieht die Investmentstrategie 2010 bis 2012 einen Anstieg um jeweils einen Prozentpunkt bei Global-Tactical-Asset-Allocation-Strategien (GTAA), Real Estate und Rohstoffe auf drei, neun und ein Prozent vor. Konstant bei vier Prozent bleibt dagegen der Anteil der Hedgefonds und des Opportunity-Fonds. Auch in Private Equity werden wie bislang fünf Prozent investiert. Risikotechnisch sieht sich ABP mit der neuen Allokation so aufgestellt, dass das Portfolio in unterschiedlichen ökonomischen Szenarien relativ gut abschneidet.
Insgesamt sieht der ABP die künftigen Rahmenbedingungen positiv. Die Rezession sei passé und Wachstum gewinne in den meisten Regionen wieder an Kraft. Jedoch sei die Erholung langsamer als in historischen Vergleichsperioden und hänge am Tropf staatlicher Unterstützungsmaßnahmen. Zudem erwartet der ABP moderate Inflationsraten, die durch steigende Energiepreise ansteigen werden.
Dass sich ein Drei-Jahres-Plan bezahlt macht, zeigte sich in der vergangenen Periode. Im Jahr 2009 lieferten die Problemanlageklassen von 2008 die besten Renditen. Bei Emerging-Markets-Aktien betrug der Wertzuwachs im vergangenen Jahr 70 Prozent. Insgesamt rentierte das Portfolio mit 20,2 Prozent und allein im zweiten Halbjahr 2009 mit 15,1 Prozent. Besonders gut erholt zeigten sich im zweiten Halbjahr Immobilien. Dadurch stieg der Deckungsgrad von 98 auf 109 Prozent. Neue Berechnungen zur Lebenserwartung der Versicherten drücken die Coverage Ratio jedoch auf 104 Prozent. "Der Deckungsgrad hat zugenommen, und die Renditen waren gut", so ABP-Chairman Ed Nijpels. Und weiter: "Wir befinden uns auf dem Weg der Besserung, bleiben aber vorsichtig, da es unsicher ist, was hinter der nächsten Kurve kommen wird. Die Finanzmärkte bleiben unvorhersehbar."




Deutsche Bank / Realtime Indikation

