Der Trend zum Abbau von Aktienpositionen setzt sich trotz der Markterholung seit 2009 und Inflationsängsten fort. Europäische betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen wappnen sich damit offenbar für die absehbare Reduzierung von konjunkturellen Anreizen. Dies ist eines der Ergebnisse einer europaweiten Studie von Mercer, in deren Rahmen 1.000 europäische betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt mehr als 500 Milliarden Euro berücksichtigt wurden. Demnach antizipieren 32 Prozent der untersuchten Altersvorsorgeeinrichtungen die möglichen Auswirkungen der derzeitigen Konjunkturpakete auf ihre Anlagestrategien.
_Mehr Emerging Markets, mehr FX-Risiken
In Großbritannien ist die Aktienquote von 54 Prozent 2009 auf 50 Prozent 2010 gesunken, in Holland von 28 auf 23 Prozent. Dieser Trend werde sich voraussichtlich insbesondere bei heimischen Dividendentiteln weiter fortsetzen. "Eine Verstärkung der Länderdiversifikation reduziert das Konzentrationsrisiko auf dem Heimatmarkt, erhöht aber gleichzeitig das Währungsrisiko. Daher suchen viele Altersvorsorgeeinrichtungen nach Möglichkeiten, Währungsrisiken abzusichern oder überprüfen ihre aktuelle Strategie zum Umgang mit Währungsrisiken", kommentiert Herwig Kinzler von Mercer.
Selbst deutsche Pensionskassen und berufsständische Versorgungswerke haben ihre Aktienbestände noch einmal abgebaut. Die durschnittliche Aktienquote fiel von sechs Prozent 2008 auf etwa drei Prozent 2009. Meist erfolgte der Abbau durch eine Kombination von Aktienverkäufen und Sicherungsmaßnahmen. Bei den deutschen CTAs betrug die Quote für Aktien und Alternatives dagegen etwa
35 Prozent.
_In Deutschland verkümmert die Aktienquote
Die niedrige Aktienquote bei deutschen Altersvorsorgeeinrichtungen steht für die Problematik, mit geschmolzenen Risikobudgets und in einem Niedrigzinsumfeld den Anteil risikobehafteter Anlageklassen wieder aufzubauen. Dass deutsche Investoren jedoch die Markterholungen verpasst hätten, ist nicht richtig. Ähnlich wie auf europäischer Ebene wurden auch hierzulande die Chancen bei Unternehmens- und Wandelanleihen ausgeschöpft. Darüber hinaus haben Investoren verstärkt auf Diversifikation durch beispielsweise High Yield und Emerging Market Debt gesetzt. Für 2010 rechnet Mercer mit einer Verstärkung dieses Trends. Kinzler: "Die Studie zeigt, dass die Altersvorsorgeeinrichtungen immer aktiver und kreativer hinsichtlich ihrer Investmentstrategien werden."
Anzeige
portfolio-institutionell.de
14.04.2010
Investoren werden aktiver und kreativer
Der Trend zum Abbau von Aktienpositionen setzt sich trotz der Markterholung seit 2009 und Inflationsängsten fort. Europäische betriebliche Altersvorsorge-einrichtungen wappnen sich damit offenbar für die absehbare Reduzierung von konjunkturellen Anreizen.
© portfolio institutionell. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung von portfolio institutionell
Kontakt: portfolio institutionell, Telefon +49 (0)69 8570 8111, E-Mail: kontakt@portfolio-verlag.com
Kontakt: portfolio institutionell, Telefon +49 (0)69 8570 8111, E-Mail: kontakt@portfolio-verlag.com
Anzeige




Deutsche Bank / Realtime Indikation

