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Ausgabe 2/2017

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Strategien
10.02.2017

Kein Lieblingsjahrgang

2016 war ein ereignisreiches Jahr mit einigen echten Angstmachern: Brexit-Votum, US-Präsidentschaftswahl und die gescheiterte Verfassungsreform in Italien sorgten zumindest kurzzeitig für Einbrüche an den Märkten. Wie sich Wertsicherungskonzepte in diesem turbulenten Börsenjahr geschlagen haben, hat portfolio institutionell überprüft.

Das Börsenjahr 2016 begann mit einem Schrecken. Der Dax startete so schlecht wie seit 25 Jahren nicht. Letztlich hat der deutsche Leitindex­ das Jahr doch noch versöhnlich abgeschlossen. Mit 11.481,06 Punkten schloss er am 30. Dezember auf dem höchsten Schlusskurs der letzten­ zwölf Monate. „2016 war nicht unser Lieblingsjahr. Unter dem Strich hat es aber dennoch einen positiven Ausklang gefunden“, resümiert Dr. Heidi Jäger-Buchholz, Leiterin des Protection-Teams bei Allianz Global Investors (AGI), das sich um die Wertsicherungskonzepte der Allianz-Tochter namens PIP (Portfolio Insurance Plus) kümmert. Ein Composite aus 26 Mandaten mit einem Gesamtvolumen von 4,1 Milliarden Euro erzielte 2016 brutto eine Performance von 1,03 Prozent.

Der Markteinbruch Anfang des Jahres zwang das Protection-Team von AGI in nahezu allen Wertsicherungsmandaten, Risikopositionen – hauptsächlich in Aktien – abzubauen. Ab März wurden dann wieder verstärkt Positionen in den sich erholenden Aktienmärkten aufgebaut. „Allerdings muss man in der Intensität unterscheiden, wie viel Risikobudget am Anfang des Jahres in den unterschiedlichen Portfolios­ zur Verfügung stand. In den Mandaten mit ausreichendem Risikobudget konnten wir anfangs zurückgestelltes Risikobudget freigeben. In Mandaten mit wenig Risikobudget hat der Wiedereinstieg mehr Zeit benötigt“, merkt Jäger-Buchholz an.

Aufgrund des Brexit-Votums Mitte Juni musste AGI eigenen Angaben zufolge keine weiteren Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Denn der qualitativ hochwertige Durationsteil der Portfolios habe den Abschwung der Aktienmärkte ausgeglichen. Eine Reaktion war hingegen­ in den reinen Rentenmandaten erforderlich, als die zehnjährige Bundesanleihe im Juni erstmals ins Negative rutschte und später zu ­einem Renditeanstieg ansetzte. Laut Jäger-Buchholz wurde auf diese Marktbewegung mit einer Reduktion der Duration reagiert: „Die gemischten Mandate waren im Schnitt weniger durationslastig investiert und es musste kaum auf die kurzfristig steigenden Renditen mit Sicherungsmaßnahmen reagiert werden.“ Die größte Herausforderung des vergangenen Jahres sieht die Leiterin des Protection-Teams rückblick­end in den abrupten Trendbrüchen bei Aktien und auch Renten: „Hier war es für ein eher trendfolgendes Konzept eher schwer und hat auch im relativen Vergleich gekostet.“ Obwohl 2016 für PIP also ein eher schwieriges Jahr war, konnte AGI sein Versprechen an die Anleger dennoch halten: Seit 1997 wurden in jedem Jahr alle erteilten Wertsicherungszusagen ohne Ausnahme eingehalten.

Immuno verliert an Konvexo

Mit einer vergleichbar langen Historie und einer ebenfalls makellosen Bilanz­ kann auch Union Investment aufwarten. Seit der Auflegung des Wertsicherungskonzeptes „Immuno“ 1995 wurden alle Wertunter­grenzen eingehalten. Das gilt laut Union Investment auch für das aggressivere­ Schwesterkonzept „Konvexo“, das 2010 eingeführt ­wurde und auf eine harte Wertuntergrenze verzichtet, um das Rendite­potenzial zu steigern. Das kommt offenbar bei den Anlegern gut an. Zwar konnte Union Investment 2016 nur einen relativ geringen ­Volumenzuwachs in ihren Wertsicherungsmandaten von 100 Millionen Euro verzeichnen, nachdem es 2015 noch über eine Milliarde­ ­Euro waren. Ein höherer Zuwachs wurde laut Thomas Bossert,­ Geschäftsführer von Union Investment Institutional, dadurch­ gebremst, dass mehrere Kunden ihre Gesamtanlagen LCR-induziert (Liquidity Coverage Ratio) neu strukturiert haben. Dies und der Zwang, auf der Suche nach Rendite­ im Niedrigzinsumfeld risikoreich­ere An­lagen zu nutzen, führten dazu, dass sich Volumina in Höhe von rund einer Milliarde Euro aus den Immunos hin zu den Konvexos verschoben.

 
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