Die Bank verfolgt laut Vorstandsmitglied Bräunig keinen aktiven Ansatz mehr.
FRANKFURT - Die staatliche Förderbank KFW investiert mittlerweile nur passiv und hat deshalb die Anzahl seiner externen Asset Manager kräftig gesenkt.
"Früher haben mehr als 20 Asset Manager jeweils kleine Portfolien für uns gemanagt. Nachdem wir bei den extern betreuten Fonds keinen aktiven Managementansatz mehr verfolgen, haben wir die Zahl auf etwa ein halbes Dutzend gesenkt", sagte KFW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig im Gespräch mit der Börsen-Zeitung (BöZ) kurz vor Weihnachten.
Die KFW hat allerdings nicht vor, gänzlich auf externe Kompetenz zu verzichten. "Das Know-How externer Asset Manager, etwa in der Analyse strukturierter Papiere, nutzen wir weiterhin - beispielsweise im Rahmen von Beratungsmandaten für die Betreuung von Ablaufportfolios", sagte dazu Bräunig.
Die Anlagestrategie der KFW dient laut Bräunig in erster Linie der Liquiditätssicherung. "Die im Liquiditätsportfolio gehaltenen Wertpapiere (20 Milliarden Euro; Anm. d. Red.) sind größtenteils EZB-fähig. Wir müssen uns ja bei der Europäischen Zentralbank refinanzieren können, falls der Kapitalmarkt einmal nicht als Quelle zur Verfügung stehen sollte", sagte der KFW-Vorstand der Zeitung. Die Wertpapiere in dem Portfolio umfassen Pfandbriefe, Bankschuldverschreibungen und Staatsanleihen.
Bräunig bekräftigte in dem Interview, dass die KFW als Anleger die "Principles for Responsible Investment (PRI)" unterzeichnete und seit Anfang 2008 nachhaltig investiert (siehe frühere Meldung). Bereits 75 Prozent der Wertpapiere würden auf dieser Weise gemanagt.
Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit der Bondanlagen gewichtet die KFW Umweltaspekte mit 60 Prozent, Soziales und Corporate Governance mit 20 Prozent. Die Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics Ratings (früher Scoris) hat das Verfahren für die Förderbank entwickelt.
Bräunig räumte schließlich ein, dass die PRI-Initiative unter deutschen Institutionellen bisher keine große Rolle spielt. "Von den 191 Asset Owners, die unterzeichnet haben, kommen nur drei aus Deutschland: neben der KFW noch die LBBW und die Munich Re. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit, weit zurück", sagte er der BöZ.
Die KFW ist einer der größten Finanzierer von Umwelt- und Klimaschutzinvestitionen weltweit. Im Jahr 2007 wurden rund 20 Prozent des gesamten Fördervolumens, also 16,6 Millarden Euro, in diesem Bereich zugesagt.
portfolio institutionell newsflash 06.01.2010/jan/kbe




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