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28.05.2018

JAHRESKONFERENZ 2018 - Kostenkonferenz: Komponenten, Kommentare, Konsequenzen

Was kostet die Asset-Management-Welt? Darüber debattierten in der Elefantenrunde Gottfried Hörich von Amundi, Dr. Thomas Mann von der Talanx, Daniel Just von der BVK und Dr. Wolfram Gerdes von der KZVK mit Moderator Patrick Eisele (v.l.n.r.). Foto: Andreas Schwarz.

Wichtig ist bekanntlich, was unter dem Strich herauskommt – und darüber entscheiden bei sinkenden Ertragserwartungen mehr und mehr die Kosten. Dem Umgang mit der Kostenproblematik widmete sich anlässlich der Jahreskonferenz von portfolio institutionell das Eröffnungspanel intensiv.

„Kostenbegrenzungen werden zur zentralen Aufgabe der Kapitalanlage“, sagte Dr. Wolfram Gerdes. Der Vorstand Kapitalanlagen und Finanzen der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen (KZVK) ging im Aufgalopp zur Ten-Years-After-Diskussionsrunde in einem Kurzvortrag intensiv auf die Kostenproblematik institutioneller Anleger ein. Diese hat ihren Ursprung in der Politik der EZB, die zur Bewältigung der Finanzkrise die Zinsen senkte, womit Kosten für Versicherungen, Pensionskassen und Stiftungen ein sehr relevanter Faktor wurden.

In seinem Vortrag erläuterte Gerdes, dass der wesentliche Performanceanteil in der Regel aus der strategischen und taktischen Asset-Allokation – und damit aus internen Entscheidungen – stammt. Darum stellte Gerdes die These auf, dass mit Blick auf den vergleichsweise geringen Anteil der Performancegenerierung seitens der externen Asset Manager bei diesen ein zu großer Teil der Kosten anfällt. Bei gegebenem geringem Vorkosten-Alpha hänge darum die Frage, ob nach Kosten für den Investor eine Out- oder Underperformance entsteht, sehr wesentlich vom Gebührenniveau ab. Die Durchsetzung des „richtigen“ Gebührenniveaus sei somit vielleicht der wichtigste Teil bei der Managerauswahl, argumentierte Gerdes.

Verfechter des aktiven Managements – zu denen auch Wolfram Gerdes zählt – mögen an dieser Stelle einwerfen, dass ein Asset Manager mit einem hohen Alpha über jede Gebührendiskussion erhaben sei. Gerdes räumt zwar ein, dass „das positive und negative Alpha des einzelnen Asset Managers normalerweise die Gebührenhöhe dominiert“. Allerdings werden in der Regel mehrere Asset Manager mandatiert. „Durch das Gesetz der großen Zahlen ist das kollektive Alpha aber geringer und die Gebühren bleiben“, so der KZVK-Vorstand. Schließlich kommt es immer zu Out- und Underperformances. „Darum dominieren oft die Gebühren das kollektive Alpha.“

Ein weiterer Aspekt der Gebührenthematik, mit dem sich Gerdes in seinem Vortrag, dem das Auditorium mit besonders großem Interesse folgte, befasste, war der Einfluss der oft unterschätzten Transaktionskosten. Zwar sind die reinen Börsenausführungen billig. Mit den Transaktionskosten werden aber zumindest bislang oft andere Dinge bezahlt und die Ausführungsqualität – Stichwort Market Impact – sei noch verbesserbar. „Bei den Transaktionskosten kommen Digitalisierungsgewinne kaum beim Anleger an“, monierte der KZVK-Vorstand, der bei den Transaktionskosten noch hohe Einsparpotenziale sieht.

Aus dem großen Interesse der Konferenzteilnehmer für den Vortrag „Zur aktuellen Kostensituation institutioneller Anleger“ lässt sich schließen, dass dem Auditorium ebenfalls bei diesem Thema der Schuh drückt. Somit waren „Kosten“ auch Bestandteil der anschließenden Diskussionsrunde, zu der sich mit Dr. Thomas Mann von der Talanx, Daniel Just von der Bayerischen Versorgungskammer und Gottfried Hörich von Amundi noch bedeutende institutionelle Kapitalanleger hinzugesellten. 

 
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