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03.03.2010

Langjährige Degi-Chefin Bärbel Schomberg kündigt

Bärbel Schomberg

Bärbel Schomberg

Der Abgang erfolgt drei Wochen nach dem Fiasko mit Degi Global Business.

(Wiederholung: Diese Meldung wurde am Montag um 16.50 MEZ versendet)

FRANKFURT - Nach dem Fiasko mit dem Immobilienfonds "Degi Global Business" haben die Aberdeen-Deutschland-Geschäftsführer Bärbel Schomberg und Malcom Morgan gekündigt. Wie Aberdeen in Frankfurt mitteilte, wurde gleichzeitig Hartmut Leser, Geschäftsführer bei Aberdeen Deutschland zuständig für den Vertrieb, zum neuen Deutschland-Chef bestellt.

Aberdeen kommentierte die Berufung von Leser so: "Der Zeitpunkt war gekommen, um einen Unternehmenschef vor Ort zu berufen, der die weitere Entwicklung von Aberdeen in Deutschland lenkt. Leser wird von Michael Determann unterstützt, der weiterhin im Vorstand vertreten ist."

Leser ist Anfang 2007 zu Aberdeen Asset Management als Deutschland-Geschäftsführer gestoßen, also ein Jahr vor der Degi-Übernahme. Davor war er jahrelang Geschäftsführer bei Feri Institutional Advisors in Bad Homburg.

Schomberg, die ehemalige Degi-Chefin, und ihre rechte Hand Morgan hatten sechs Jahre lang die Geschicke beim offenen Immobilienfonds-Anbieter gelenkt. Anfang 2008 übernahm der britische Asset Manager Aberdeen Degi von der Allianz. Schomberg und Morgan rückten in die Geschäftsführung der Deutschland-Tochter vor.

Unter ihrer Führung hatte Degi massiv in Mittel- und Osteuropa investiert. Seit Anfang 2007 kauften drei Degi-Fonds, darunter auch Degi Global Business, Immobilien in der Region für 1,3 Milliarden Euro. Die Objekte befinden sich in Rumänien, Polen, der Tschechischen Republik sowie in Kroatien.

Seit Mitte 2008 haben aber die Immobilienmärkte in Mittel- und Osteuropa stark gelitten, was offenbar eine große Nervosität bei den Degi-Investoren verursachte. Nach hohen Abflüssen mussten neben dem Degi Global Business auch die Publikumsfonds Degi International und Degi Europa die Rücknahme von Anteilsscheinen aussetzen.

Anfang Februar 2010 teilte Leser mit, dass Degi Global Business um 21 Prozent abgewertet wurde. Das Ausmaß der Abwertung schockte die Immobilienfondsbranche (siehe auch frühere Meldung). Der Fonds für Institutionelle verfügt noch über ein Volumen von 358 Millionen Euro.

In der Branche wird aber spekuliert, dass nach einer geplanten Wiedereröffnung Ende März weitere Abflüsse folgen könnten. Geschieht dies, könnte der Fonds abgewickelt werden.

portfolio institutionell newsflash 01.03.2010/jan/maa

 
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