Im Gespräch sagte Geschäftsführer Norbert Ras, die Entscheidung hänge mit dem geplanten Rentenfaktor seitens das Bundesfinanzministeriums zusammen.
KÖLN - Der britische Versicherer Legal & General hat wegen einer neuen
regulatorischen Anforderung das Geschäft mit fondsgebundenen
Rentenversicherungen in Deutschland vorerst eingestellt.
Wie Norbert Ras, Geschäftsführer von Legal & General in Deutschland
sagte, könne der Versicherer im Hinblick auf den geplanten garantierten Rentenfaktor es sich nicht mehr leisten, fondsgebundene Produkte anzubieten. Für fondsgebundene Rentenversicherungen, die ab dem 1. Juli 2010 verkauft werden, fordert das Bundesfinanzministerium beim Vertragsausschluss einen Rentenfaktor. Produkte, die diese Anforderung nicht erfüllen, werden nicht steuerlich begünstigt.
"Für den Rentenfaktor haben wir dem Kunden bisher natürlich eine
Beispielrechnung gegeben. Wir haben geschätzt, was der Kunde bekäme,
wenn man beispielsweise eine Umlaufrendite von zwei oder fünf Prozent
unterstellt", sagte Ras zu portfolio institutionell.
"Was neu ist, ist dass wir einen garantierten Wert beim Vertragsabschluss nennen müssen - also für jede 1000 Euro bekäme der Kunde mindestens Summe X als Rente. Wenn wir dies nicht tun, wird der Vertrag nicht steuerlich begünstigt, und dann kann man gleich aus dem Geschäft aussteigen", ergänzte er. Laut Ras hätte die Forderung des Finanzministeriums die Kosten des Vertrags verdoppelt. Bisher betrugen die Kosten für die Kapitalanlage und Verwaltung ein Prozent des Fondsvermögens jährlich.
Der britische Versicherer verabschiedet sich allerdings nicht von Deutschland und hält einen künftigen Wiedereinstieg in das Geschäft mit fondsgebundenen Rentenversicherung offen. In der Zwischenzeit will Legal & General neue Produkte im Bereich Risikoabsicherung lancieren und wird dafür alle neun Mitarbeiter in Köln behalten. Die Verwaltung von Altverträgen läuft indes weiter.
Die fondsgebundenen Produkte machten bisher den Löwenanteil des Geschäfts von Legal & General aus. Seit seinem Markteintritt 2002 in Deutschland hat der Versicherer rund 6500 derartige Versicherungen verkauft und damit 74,2 Millionen Euro an Beiträgen generiert. Das verwaltete Vermögen betrug Ende 2009 zudem 64,1 Millionen Euro.
portfolio institutionell newsflash 02.06.2010/jan/kmo




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