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24.09.2010

Master-KAGen verbessern Nutzerfreundlichkeit

Für die HSBC Inka ist 2010 bislang erfolgreich gelaufen.

Für die HSBC Inka ist 2010 bislang erfolgreich gelaufen. Das ­administrierte Fondsvolumen stieg um sechs auf 70 Milliarden Euro ­Assets under Administration, und zudem hat sich die Schattenbuchhaltung für Direktbestände 2010 mit bislang 30 Milliarden Euro sogar verdoppelt. Letzteres wurde von Masterfonds schon vor Jahren als Wachstumsfeld identifiziert. Offenbar erweist sich diese Geschäftsidee nun doch nicht als Rohrkrepierer, sondern vielmehr als Spätzünder. Zu den integrierten Direktbeständen zählen auch Alternatives, wobei hier die Durchschau noch eine große Herausforderung ist.

Teils dürfte das Wachstum auf einer Applikation für ein inter­aktives Reporting beruhen, die bislang in den RFPs angekündigt ­wurde und nun live gegangen ist. Somit dürften auch die kommenden Monate für die Inka recht erfolgreich verlaufen. "Nach dem statischen E-Reporting erfolgt nun mit dem interaktiven Reporting der zweite Quantensprung für das Berichtswesen", begeistert sich HSBC-Inka-Geschäftsführer Alexander Poppe. In der neuen Anwendungsmöglichkeit sieht er einen kurzfristig nicht aufholbaren Vorsprung vor den Wettbewerbern. Die Entwicklung der neuen Applikation wurde im Mai 2009 begonnen, als man noch besonders unter dem Eindruck der damals im Wochenrhythmus wechselnden Kundenanfragen zu ­Island, Banken, Kontrahenten, Corporates oder Piigs stand.

"Statt sich wie bislang aus umfangreichen Reporting-Listen eine gewünschte Ad-hoc-Information herauszufiltern oder sich an KAG oder Custodian zu wenden, steht dem Investor nun zusätzlich eine Suchmaschine zur Verfügung", sagt Poppe. Ohne Wartezeit lässt sich so das Exposure zu Griechenland ermitteln - zumindest für die ­Bestände, die von der HSBC Inka administriert werden. Im Hinblick auf die MaRisk, auf die Compliance gegenüber dem Wirtschaftsprüfer oder auch für nachhaltige Investoren, um die Einhaltung von Ausschlusskriterien zu überwachen, ist eine solche Funktion nützlich. Mindestens ebenso hilfreich ist die Möglichkeit, sich Excel-Tabellen und Grafiken nach frei wählbaren Kriterien selbst zu bauen. Parameter­beispiele: Kontrahent, Rating, Duration, Performance, ­Währungen oder Benchmarks für Bestände und Trades für beliebige Zeiträume. Poppe kann keine konkrete Zahl zum Preis des Tools ­nennen, Extra­lizenzkosten fallen aber nicht an. Ein künftiges ­Release soll auch Informationen zu Spreads und mit fundamentalen und nachhaltigen Benchmarks weitere Vergleichsmöglichkeiten bieten.

_Die Konkurrenz bleibt gelassen

Die Konkurrenz bleibt gelassen. Universal-Investment teilt mit, dass Kunden seit 2005 ein E-Reporting-Portal zur Verfügung steht, das neben dem automatisierten Reporting-Versand auch ad hoc ­spezielle Anfragen und Analysen erlaubt. Eine Suchmaschine habe bei Universal-Kunden dagegen den gleichen geringen Stellenwert wie bei einer Hausfrau der sprechende Kühlschrank oder die Wasch­maschine mit Internetanschluss. Auch Uwe Trautmann, Geschäftsführer der Helaba-Invest, die im Markt als Erfinder des E-Reportings gilt, ist wegen der Inka-Innovation nicht bang: "Bei Testkunden ist ­unsere neue Anwendung ‚eReporting Next Generation 2.0‛ bereits im Einsatz. Bis Ende November sollen alle Kunden von einem Menü profitieren, das noch anwenderfreundlicher und individualisierbarer ist." So können sich die Kunden ihre Berichte nicht nur individuell konfigurieren, sondern die einmal definierten Berichte auch als Vorlagen abspeichern und immer wieder abrufen. Parameter können für jeden Fonds und Bericht individuell gesetzt werden. Next Generation, für das Bestandskunden nicht mit Kostenerhöhungen rechnen müssen, wird wie das interaktive Reporting der Inka auch eine Suchmaschine enthalten. Darüber hinaus betont Trautmann, dass sich Helaba-Invest-­Kunden schon seit längerem individuelle Excel-Tabellen aus etwa 120 Spalten zusammenstellen können. Zudem erhalten die Investoren auch seit Ende 2007 Near-Time-Kurse. Beim Reporting der HSBC-­Inka erfolgt die tägliche Bewertung der Bestände im Standard-Set-up anhand der Schlusskurse,­ ist aber aufgrund der gegebenen Mehrkursfähigkeit mit dem Anleger abstimmbar. Nutzen soll dem Kunden diese Aktualität insbesondere in Stresssituationen - nicht aber für ein ­Parallel-Running mit seinem Asset Manager. Dessen Strategie kostengünstiger selbst nachzubilden, scheitert in der Regel daran, dass die Depotbank und die KAG die Trades erst verbuchen müssen. Genau genommen bietet die Helaba-Invest also Near-Time minus der Handelsaktivitäten des laufenden Tages. Die Helaba-Invest administriert derzeit innerhalb von Fonds 65 Milliarden Euro, davon 61 Milliarden Euro in Spezialfonds. Hinzu kommen jeweils zehn Milliarden Euro Direktbestände und Overlay-Gelder.

Richtig eingesetzt, helfen detaillierte, individualisierte Reportings dem Investor, sich auf Sitzungen vorzubereiten. Zeitnahe oder sogar Echtzeit-Reportings helfen, in Krisensituationen schnell zu erfahren, wie viel Risikobudget insgesamt oder in einer Asset-Klasse abgeschmolzen ist und ob eine andere Asset-Klasse diese Verluste möglich­erweise kompensiert. "In einer Krisensituation ist nicht nur die Transparenz über aktuelle Marktwerte am wichtigsten, sondern das Wissen darüber, wie viel man von einem Bestand hat und ob man diesen noch losbekommt", sagt Pascal Mangang von der VBL. Da ein Insourcing immer noch den höchsten Individualisierungsgrad verspricht, hat die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder sich selbst eine ­Reporting-IT-Landschaft aufgestellt, die T+1 über den Wert der ­Bestände detailliert Auskunft gibt. Die VBL legt aber nicht nur Wert darauf, eng an den Beständen dran zu sein, sondern auch am Asset Manager selbst. Eine mögliche Gefahr eines umfangreichen ­Reportings kann sein, dass der persönliche Kontakt zum Asset Manager weniger gesucht wird. Was auch nicht passieren darf, ist, dass der Investor vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht beziehungsweise vor lauter Reportings den Blick für die strategische Asset Allocation verliert.

 
Patrick Eisele
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