Die Finanzkrise wirft weiter ihre Schatten auf die Lebensversicherungsbranche: Die Aspecta Lebensversicherung fällt den Umstrukturierungen im Talanx-Konzern zum Opfer.
Die Finanzkrise wirft weiter ihre Schatten auf die Lebensversicherungsbranche: Die Aspecta Lebensversicherung fällt den Umstrukturierungen im Talanx-Konzern zum Opfer. Sie wird auf die größere HDI-Gerling Leben übertragen und soll dort in einem separaten Bestand weitergeführt werden. Die Aspecta ist in der jetzigen Konzernstruktur eine Tochtergesellschaft der HDI-Gerling Service Holding. Die gesamte Struktur steht derzeit aber gerade vor einem Umbau. So soll die bisherige Spartenorganisation, wonach unter einer Service-Holding jeweils Lebens- und Sachversicherer zusammengefasst sind, aufgegeben werden. Stattdessen erfolgt eine Neuordnung in Geschäftsbereiche für Privat- und Firmenkunden in Deutschland (Retail Deutschland) sowie international (Retail Ausland) und Industrie. Der Geschäftsbereich "Rückversicherung" bleibt unverändert
Wenige Tage später wurde bekannt, dass es zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und Gründer der Fingro AG, Jürgen Klein, und der Unternehmensführung der Gothaer Lebensversicherung zum Bruch gekommen ist. Klein wird zum 31. Mai aus dem Vorstand der Fingro AG ausscheiden. Unternehmenskreisen zufolge war Klein nicht mehr bereit, die Unternehmensstrategie mitzutragen, die von der Gothaer für ihre Tochtergesellschaft verfolgt wurde. Jetzt dürften sukzessive immer mehr Aufgabenbereiche der Fingro zur Muttergesellschaft wandern, die ohnehin alles am liebsten unter dem eigenen Markendach konzentrieren würde, wie es heißt. Insider rechnen damit, dass auch die Marke Fingro vom Markt verschwinden wird.
Die deutschen Lebensversicherer befinden sich in einer Umbruchphase. Ungeachtet der Aktienmarkterholung und der gestiegenen Nettoverzinsung 2009 stehen die Zeichen weiter auf Konsolidierung. Die Rating-Agentur Fitch, die der deutschen LV-Branche nach wie vor einen "Negativ"-Ausblick bescheinigt, erwartet, dass es in den nächsten Jahren zu einer stärkeren Differenzierung kommen wird. Kapitalstarke Gesellschaften könnten Opportunitäten am Kapitalmarkt nutzen und damit Reservepolster aufbauen. Die ersten Anzeichen für eine Differenzierung zeichneten sich bereits vor dem Fall Aspecta ab. Die prominentesten Fälle sind die Victoria und Delta Lloyd. Allerdings gibt es darüber hinaus eine Reihe von De-facto-Marktaustritten, die allerdings nicht publiziert werden. Wie Fitch-Analysten beobachtet haben, forcieren einige Lebensversicherer, die Teil einer Gruppe sind, das Neugeschäft seit einiger Zeit nicht mehr. Stattdessen würden die Anstrengungen auf den Kranken- oder Sachversicherer der Gruppe fokussiert. Laut Fitch, die den Lebensversicherern seit 2007 einen negativen Branchenausblick bescheinigt, ist es interessant, ob sich die offiziellen Rückzüge aus dem Neugeschäft häufen werden.




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