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17.02.2010

Metzler AM speckt in der Finanzkrise kräftig ab

Wokurka blieb nicht lang

Wokurka blieb nicht lang

Die Privatbank hatte sich mit ambitionierten Plänen in Osteuropa verhoben.

FRANKFURT - Metzler Asset Management (Metzler AM) hat sich im Januar von drei Geschäftsführern getrennt und baut seinen Vertrieb um. Wie portfolio institutionell erfuhr, haben Ulf Wokurka, verantwortlich für Osteuropa, sowie Martin Luley und Udo Wedler die Privatbank verlassen.

"Wir haben wir als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise unsere Aktivitäten in Osteuropa reduziert", bestätigte Metzler-Sprecher Matthias Butzlaff auf Anfrage. "Metzler wird die Struktur im Bereich Asset Management straffen, wir werden die Kräfte im Vertrieb bündeln und flachere Hierarchien schaffen", sagte er weiter.

Wokurka war als Geschäftsführer für den Bereich Osteuropa, einschließlich der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), zuständig. Er wurde erst im August 2008 eingestellt (siehe frühere Meldung). Große Hoffnungen hatte Metzler noch 2008 auf den Vertrieb in Russland und Kasachstan gesetzt.

Workuka selbst hatte vor seiner Zeit bei Metzler als Finanzvorstand der seinerzeitigen kasachischen Staatsholding Samruk fungiert, die heute Tochter des Staatsfonds National Welfare Fund ist. Der Vertriebserfolg des Hauses in der ehemaligen Sowjetunion wird in Asset-Management-Kreisen indes als "überschaubar" bezeichnet.

Die Personalie reflektiert laut Branchenbeobachtern die seinerzeit expansivere Personalpolitik der Asset-Management-Sparte von Metzler unter der Ägide des ehemaligen Partners Norbert Enste, der das Haus im Oktober 2009 das Haus verlassen musste (siehe frühere Meldung).

Die anderen beiden geschassten Geschäftsführer waren längere Zeit für Metzler tätig. Martin Luley, Geschäftsführer im Bereich Asset Management, verantwortete seit 2004 das Aktien-Strategie-Team, Udo Wedler verantwortete die Metzler Servicegesellschaft für Vertriebspartner mbH und war zuständig für den Vertriebsbereich Kapitalanlagen/Banken. Er war bereits seit 2000 für das Bankhaus tätig.

Darüber hinaus haben nach Informationen von portfolio institutionell weitere Mitarbeiter im Marketing und im Vertrieb 2009 gehen müssen. Im Vertrieb über unabhängige Berater ist Konsolidierung angesagt. "Wir gehen davon aus, dass dem IFA-Markt aufgrund einer sich verschärfenden Regulierung eine Konsolidierung bevorsteht, viele kleinere Berater werden sich vermutlich aus dem Fondsgeschäft zurückziehen", sagte Metzler-Partner Hartmut Petersmann. Davon unberührt bleiben soll indes die Fondsabwicklungsplattform Metzler Fund Exchange, die als Bestandteil des IFA-Geschäfts gilt.

Die Absatzzahlen des vergangenen Jahres reflektieren den durchwachsenen Absatzerfolg der Metzlergruppe. Während Metzler 2009 im Publikumsfondsgeschäft gut 330 Millionen Euro an Nettomittelabflüssen hinnehmen musste und per Ende Dezember 2009 2,9 Milliarden Euro im Privatkundensegment verwaltete, war das institutionelle Geschäft der Gruppe weitaus erfolgreicher.

In Spezialfonds verzeichnete das Haus im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro an Zuflüssen, was mehr war als 2008, als eine Nettovertriebsleistung von 2,2 Milliarden Euro verbucht wurde. Per Saldo ging das Spezialfondsvolumen allerdings von 29 Milliarden per Ende 2008 auf 27,1 Milliarden Euro zurück.

portfolio institutionell newsflash 17.02.2010/maa/jan

 
Ali Masarwah
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