Aktien verhelfen der Einrichtung zu einem Ergebnis von vier Prozent.
HANNOVER - Die Ärzteversorgung Niedersachen (AEVN) hat ihr Renditeziel von vier Prozent jährlich 2010 erreicht. Das teilte das 6,3 Milliarden Euro verwaltende Versorgungswerk in seinem Jahresbrief an die Mitglieder mit.
Obwohl die AEVN die Ergebnisse nicht genau erläuterte, dürfte die Einrichtung vom guten Aktienjahr 2010 profitiert haben. Als das Jahr begann, betrug der Anteil an Aktien und Aktienfonds mehr als 21 Prozent des Vermögens - eine der höchsten Quoten für VAG-Anleger in Deutschland. VAG-Anleger sind Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke.
Anfang 2010 war die AEVN noch zu 64 Prozent in Anleihen investiert, zu zehn Prozent in Immobilien und zu fünf Prozent in "übrigen Anlagen", die nicht näher erläutert wurden. Die übrigen Anlagen können neben Liquidität auch Alternatives wie Hedgefonds, Private Equity oder Rohstoffe umfassen.
Mit diesem Portfolio verdiente die Einrichtung in den ersten zehn Monaten 2010 rund 137 Millionen Euro und damit sieben Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Durch den Verkauf von Kapitalanlagen wurden 25 Millionen Euro an zusätzlichen Erträgen erzielt.
Trotz der guten Performance 2010 dürfen die Ärzte, die bei der AEVN versichert sind, keine hohen Rentenanpassungen erwarten. Zur Begründung sagte Jürgen Tempel, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses: "Die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere, der sicheren Hauptanlageklasse eines Versorgungswerkes, zeigen jedoch immer noch historische Tiefstände. Daher werden auch in Zukunft die Dynamisierungen sehr moderat ausfallen müssen, denn Anlagesicherheit wird auch in der Zukunft vor Renditeoptimierung gehen." Die Anwartschaften und Renten wurden zuletzt Anfang 2011 um 0,5 Prozentpunkte erhöht.
Per Ende Oktober 2010 zählte die Einrichtung 28.400 Anwärter, von denen sie in den zehn Monaten davor 244 Millionen Euro einsammelte. In dem Zeitraum zahlte die AEVN noch 233 Millionen Euro an rund 9.500 Leistungsempfänger.
Die AEVN bestätigte außerdem, dass sie ab 2012 das operative Geschäft, also die Verwaltung der Kapitalanalgen und der Renten, für die Apothekerversorgung Niedersachsen aufgeben wird. Wie portfolio institutionell im Juni 2010 berichtete, trennen sich die beiden Einrichtungen im Streit (siehe frühere Meldung). Die AEVN führt die operativen Geschäfte für vier weitere Versorgungswerke, darunter die Ärzteversorgungen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Einrichtungen für Tierärzte und Steuerberater in Niedersachsen.
portfolio institutionell newsflash 23.02.2011/jan/rko




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