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16.06.2010

Niedersächsische Versorgungswerke trennen sich im Streit

Hannover: Sitz der beiden Versorgungswerke

APVN: "Wir haben kein Vertrauen mehr"; AEVN: APVN verdrehe die Fakten

HANNOVER - Die Ärzteversorgung Niedersachen (AEVN) und die Apothekerversorgung Niedersachen (APVN) gehen nach 30 Jahren im Streit auseinander.

Die AEVN ist im Rahmen einer engen Geschäftsbeziehung für das operative Geschäft der APVN zuständig. Das heißt, dass die AEVN die Renten der APVN verwaltet und ihr Vermögen von 1,3 Milliarden Euro investiert.

Die APVN erklärte allerdings am Dienstag: "Der sogenannte Geschäftsbesorgungsvertrag mit der AEVN wurde allerdings gekündigt und läuft Ende 2011 aus. Ein neues Angebot des ärztlichen Versorgungswerks wurde aus Konditionsgründen abgelehnt."

Als Grund für die Trennung nannte die APVN einen "Vertrauensverlust" in die AEVN. Weitere Details nannte die APVN jedoch nicht. Die Geschäftsführerin der Apothekerversorgung war bis zum Redaktionsschluss nicht erreichbar.

Die AEVN beteuerte, dass die Apothekerversorgung die Fakten falsch darstelle.
"Hier wird eine Legende erzählt. Wir haben den Vertrag bereits im Juni 2009 gekündigt", hieß es aus AEVN-Kreisen.

Und weiter: "Wir hatten zur Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit nach der erfolgten Kündigung gemacht, dass die laufenden, operativen Aufgaben des Versorgungswerkes allein durch die Ärzteversorgung Niedersachsen wahrgenommen werden. Dazu war die Apothekerversorgung letztlich nicht bereit, wie wir dem Schreiben der Apothekerversorgung an uns von Februar 2010 entnehmen mussten.”

Branchenkreise schilderten die Trennung so: "Mit sachlichen Gründen hat es weniger zu tun. Die Apotheker fühlten sich von den Ärzten nicht richtig behandelt. Die Ärzte waren für sie einfach zu dominant."

Ab Januar 2012 will die APVN der Verwaltungsgesellschaft für Versorgungswerke (VGV) in Berlin beitreten. Die VGV, ein Bündnis von sechs Versorgungswerken, führt lediglich Back-Office-Dienstleistungen wie Rentenverwaltung durch.

Für ihre Kapitalanlage werden fünf Anteilseigner der VGV seit einem Jahr von Mercer Investment Consulting (MIC) betreut (siehe auch frühere Meldung). Der sechste Anteilseigner, die Ärzteversorgung Hamburg, engagiert Risk Management Consulting (RMC) als Berater für die Kapitalanlage. "Auch wenn Mercer hier fünf Mitglieder betreut, ist das keine Vorgabe. Die Apothekerversorgung Niedersachen kann also frei entscheiden", hieß es aus Kreisen der VGV. Die VGV muss dem Beitritt der APVN noch zustimmen.

Die weiteren VGV-Anteilseigner sind die Versorgungswerke für Berliner Ärzte, Architekten und Apotheker sowie die für Tierärzte in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

portfolio institutionell newsflash 16.06.2010/jan/gor

 
Jan F. Wagner
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