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28.09.2011

Noch mehr Waldfonds

Aquila Capital startet internationalen Waldfonds, als Sicav-Sif kann er zum Großteil der Immobilienquote zugeführt werden. Tectona bringt Teakholz-Fonds.

Wie Pilze schießen derzeit Waldfonds aus dem Boden. Nachdem im August bereits die Deutsche Forst Invest und KGAL ankündigten, entsprechende Fonds für institutionelle Investoren aufzulegen, leisten nun auch Aquila Capital und Tectona AG Capital einen Beitrag.

In ihrem institutionellen Timber-Fonds strebt Aquila Capital ein diversifiziertes Portfolio aus privaten Waldflächen in Südamerika und den USA an. Michael Montag, Managing Director bei Aquila Capital, schränkte allerdings ein: „Wir investieren ausschließlich in Länder mit Investmentgrade.“ Damit bleiben nur die USA, Brasilien und Panama. Investments in deutschen Wald, wie sie die Deutsche Forst Invest plant (siehe frühere Meldung), sind nicht vorgesehen. Die Internal Rate of Return wird mit sechs bis acht Prozent per anno prognostiziert. Die Zeichnungsphase des Aquila-Fonds, der 15 Jahre laufen soll und ein Zielvolumen von 125 Millionen Euro hat, wird Mitte Oktober starten und Ende April 2012 abgeschlossen sein. Als Depotbank fungiert HSBC.

Die Waldauswahl kooperiert Aquila Capital mit dem dänischen Unternehmen International Woodland Company (IWC), das seit seiner Gründung Ende der 1998 globale Waldinvestitionen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar getätigt hat. „Wir investieren in Plantagen. Der Hauptfokus liegt auf der Waldproduktion“, erläuterte Hendrik Lundqvist, Director of Fund Investments bei IWC. Auch der Aquila-Fonds wird in Plantagen investieren. Dies legt die Frage nach dem Nachhaltigkeitsgedanken nahe. „Natürlich sind Plantagen nicht so diversifiziert wie ein natürlich Wald“, räumte Lundqvist ein. Die Rotation der Plantagen variiere allerdings. Außerdem unterwirft sich IWC bei seinen Waldinvestments festen Nachhaltigkeitsleitlinien. Beispielsweise investiert das Unternehmen nicht in Plantagen, für die Primärwald gerodet wurde oder Eingeborene umgesiedelt wurden. „97 Prozent unserer Assets sind zertifiziert oder sind gerade dabei, zertifiziert zu werden“, fügte Lundqvist hinzu.

In Deutschland spielen Holzinvestments in der Asset Allocation institutioneller Investoren bislang eine untergeordnete Rolle. Bekannte Ausnahmen sind die BVK oder Ärzteversorgung Westfalen-Lippe. In jüngster Zeit habe das Interesse an Timber jedoch zugenommen, wie Montag, Managing Director von Aquila Capital, feststellte: „Sachwerte spielen eine immer wichtigere Rolle. Mehr und mehr Investoren befassen sich damit. Sie versprechen sich davon eine gewisse Unabhängigkeit von den Märkten.“ Die Asset-Allocation-Studie 2011 von Mercer, an der sich rund 730 institutionelle Investoren aus Europa (ohne UK), darunter auch 110 deutsche Investoren, beteiligten, stützt Montags These vom gestiegenen Interesse an Wald. Laut der Studie wollen 16 Prozent der befragten Anleger ihre strategische Allokation in Wald erhöhen. In der Vorgängerstudie waren es lediglich fünf Prozent.

Deutsche VAG-Anleger, die in den Waldfonds von Aquila Capital, ein Sicav-Sif, investieren wollen, werden diese Beteiligung dem Sicherungsvermögen und dort voraussichtlich der Immobilienquote zuführen können. „Wir warten noch auf das endgültige Okay der Bafin, dass der Fonds in die Immobilienquote genommen werden darf. Wir gehen derzeit davon aus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit 80 bis 90 Prozent unter der Immobilienquote verbucht werden können“, berichtete Montag.

_Tectona setzt auf Teakholz

Einen anderen Ansatz als Aquila Capital wählt Tectona AG Capital für ihren institutionellen Waldfonds, der sieben Jahre laufen soll. Anstatt in traditionelle Hölzer wie Kiefer, Fichte und Co investiert der Fonds ausschließlich in Teak-Holz. Der Vorteil dieser Holzart sei unter anderem seine Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Feuer. Außerdem wachse Teak-Holz schnell und verzeichne eine steigende Nachfrage. „Die Nachfrage nach tropischem Hartholz übertrifft heute schon den Bedarf. Durch den Abbau und die Abholzung der natürlichen Teak-Wälder verknappt sich das Angebot immer mehr und es kommt zur langfristigen Beschaffungskrise“, heißt es in der Mitteilung von Tectona. Der Dubliner Investmentmanager geht davon aus, dass der Preis für Teak-Holz in den nächsten Jahren überproportional steigen wird. Als IRR peilt der Fonds elf bis 19 Prozent pro Jahr an. Allerdings: Aufgrund der Fokussierung auf eine Baumart macht sich der Tectona-Fonds von der Entwicklung des Rohstoffs Teak-Holz abhängig. Von einem diversifizierten Portfolio kann also nicht die Rede sein.

portfolio institutionell newsflash 21.09.2011/kbe

 
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