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07.07.2011

Pensionsfonds: Die Krise spornt zu Aktivitäten an

Laut einer Aon-Hewitt-Studie haben europäische Pensionseinrichtungen den ökonomischen aber noch lange nicht verdaut.

Europäische Pensionseinrichtungen haben sich zwar vom emotionalen Schock der Jahre 2008 und 2009 erholt, den ökonomischen aber noch lange nicht verdaut. Diese Schlussfolgerung zieht der Berater­ Aon Hewitt aus seiner Studie „Global Pension Risk 2011“ zu der 62 europäische Pensionseinrichtungen aus 13 Ländern, die insgesamt­ mehr als eine Million Mitarbeiter und ein Vermögen von über 127 ­Milliarden Euro abdecken, beitrugen. „Der Fokus liegt daher verstärkt darauf, das richtige Resultat über den richtigen Zeitrahmen zu erhalten“, so Dr. Georg Thurnes, Geschäftsführer von Aon Hewitt in Deutschland. Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2009 prüfen ­inzwischen fünfmal mehr Teilnehmer ihre Pläne über einen Zeithorizont von 20 Jahren bis zu deren voraussichtlichem Endpunkt.

Deutsche Pensionsfonds bieten ein erfreuliches „Nachkrisen-Bild“. Laut dem Bafin-Jahresbericht 2010 erhöhten sich die für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verwalteten Kapitalanlagen im Berichtsjahr insgesamt von 16,3 auf etwa 24 Milliarden Euro. Während der Finanzkrise waren ­teilweise starke Verluste zu verbuchen gewesen, in 2010 hingegen sind insgesamt deutliche Wertaufholungen dieser ­Anlagen eingetreten, so die Bafin. Alle 30 Pensionsfonds, die 2010 unter der Bafin-Aufsicht standen, konnten ihre pensionsfondstechnischen Rückstellungen vollständig bedecken.

Um dem Anlagerisiko beizukommen, ziehen Arbeitgeber laut der Aon-Hewitt-Studie zunehmend alternative Anlageklassen in Betracht, die eine Optimierung der Erlös-Risiko-Relation versprechen. „Insgesamt zeigt sich, dass die Pensionseinrichtungen verstärkt ver­suchen, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten innerhalb des Portfolios durch die kombinierte Betrachtung beider Seiten aktiv zu steuern. ­Zudem achten sie auf mehr Diversifikation und suchen nach neuen Anlagemöglichkeiten in alternativen Anlageklassen. Hier ist ein ­wachsendes Interesse an Anlagen in Hedgefonds und Private Equity zu verzeichnen“, so Dr. Torsten Köpke, Leiter Aon Hewitt Investment Consulting, Deutschland. Diese Ergebnisse entsprechen jedoch nicht der Realität in Deutschland. Laut dem Bafin-Jahresbericht 2010 waren Pensionskassen im Durchschnitt zu 0,3 ­Prozent in der Asset-Klasse Private Equity und zu 0,7 Prozent in Hedgefonds investiert. 

Aon Hewitt moniert ferner, dass es bei der Absicherung von Zins- oder Inflationsrisiken noch Spielraum gebe. Jeder vierte Befragte habe ­dazu keine Unternehmensrichtlinien, obwohl diese Risikofaktoren die größten Unsicherheiten für Pensionseinrichtungen hinsichtlich ihrer Verbindlichkeiten darstellen. Bei Investmentthemen gebe es Verbesserungspotenzial bezüglich der Strukturierung von LDI-An­lagen sowie hinsichtlich der Richtlinien für die Absicherung von Risiken.­ Andererseits gewinnt die Absicherung gegen Veränderungen bei den Lebenserwartungen zunehmend an Interesse.

 
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