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24.11.2010

Pensionsfonds halten 14,5 Milliarden Euro an Assets

Reiner Schwinger

Reiner Schwinger

Seit 2005 hat sich das Beitragsvolumen der Firmenpensionsfonds vervierfacht.

FRANKFURT - Die Deckungsmittel deutscher Pensionsfonds betragen inzwischen rund 14,5 Milliarden Euro, von denen mehr als 80 Prozent auf unternehmenseigene Vehikel entfallen. Dies geht aus einer neuen Studie des Pensionsberaters Towers Watson hervor.

Pensionsfonds wurden Anfang 2002 als fünfter Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung (bAV) lanciert. Das Vehikel ist eine Ausfinanzierungslösung für unternehmerische Pensionsansprüche, die viel mehr Anlagefreiheiten bietet als versicherungsförmige Pensionskassen.

Zwischen 2002 und 2005 hatten Pensionsfonds aus Kostengründen - der Insolvenzbeitrag war beispielsweise zu hoch - einen schweren Start. Nur wenige Unternehmen, darunter Robert Bosch und die Deutsche Telekom, nutzten das Vehikel. Danach erlebten sie eine Renaissance, als die Dax-Unternehmen Siemens, MAN und RWE Pensionsfonds gründeten.

Die positive Entwicklung spiegelt sich in den jüngeren Beitragszahlungen wider: Laut Towers Watson sammelten die 23 Anbieter-Pensionsfonds, also die nicht unternehmenseigenen Vehikel, allein 2009 rund 945 Millionen Euro ein. Gegenüber dem Krisenjahr 2008 bedeutet dies eine Steigerung um 240 Prozent. Insgesamt habe sich das Beitragsvolumen der Unternehmenspensionsfonds seit 2005 vervierfacht.

Nach Ansicht des Experten Reiner Schwinger bestehen jedoch weitere Stolpersteine, welche die zukünftige Entwicklung des Pensionsfonds-Marktes in Deutschland bremsen: "Zum einen können derzeit jährlich nur maximal 4.400 Euro pro Person lohnsteuerfrei in einen Pensionsfonds eingezahlt werden, was im Zusammenspiel von arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierter bAV insbesondere für Fach- und Führungskräfte häufig zu wenig ist", erläutert Schwinger, der bei Towers Watson Leiter Altersvorsorge-Lösungen ist. Für leitende Angestellte und Führungskräfte werden häufig Unterstützungskassen eingesetzt, die eine wesentlich höhere steuerliche Dotierung erlauben.

Schwinger weiter: "Zum anderen könnten auf heute aktive Arbeitnehmer steuerliche Nachteile durch geringere Frei- und Pauschalbeträge zukommen, wenn ihr Arbeitgeber den Durchführungsweg auf Pensionsfonds wechselt." Hier sei der Gesetzgeber gefragt, beide Mankos zu beseitigen.

portfolio institutionell newsflash 24.11.2010/jan/rko

 
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