Begründet wird die Zurückhaltung mit Unzufriedenheit mit den Bedingungen.
FRANKFURT - Das "Global Private Equity Barometer" von Coller Capital zeigt "schlechtes" Wetter für die Beteiligungsbranche an. Gemäß dem Messgerät verspüren Investoren derzeit wenig Druck zu Neuengagements.
Demnach werden sich mehr als drei Viertel aller Private-Equity-Anleger 2010 nicht an neuen Fonds ihrer bisherigen Fondsmanager beteiligen. Unter hohem Druck stehen bei den Limited Partners dafür die Engagements in der eigenen Organisation. Coller Capital, ein Spezialist für Sekundärmarkttransaktionen, misst halbjährlich etwas mehr als 100 Private-Equity-Investoren weltweit den Puls.
Begründet wird die Zurückhaltung gegenüber neuen Engagements mit Bedenken hinsichtlich des Reportings und möglicher Interessenkonflikte der General Partners sowie Unzufriedenheit mit den Fondsbedingungen. 79 Prozent der Investoren lehnen "Re-Ups" wegen der Fondsbedingungen ab.76 Prozent nennen mangelnde Transparenz der GPs als Grund. Der gleiche Anteil verweist auf mögliche Interessenkonflikte. Gerade diese Kritik kommt für die Branche zur Unzeit. Schließlich wehrt man sich derzeit gegen die Brüsseler AIFM-Richtlinie. Diese will robuste und harmonisierte regulatorische Standards schaffen sowie die Transparenz gegenüber Anlegern und Aufsicht für die Aktivitäten der Manager und der von ihnen verwalteten Fonds erhöhen.
Weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Renditeerwartungen der Private-Equity-Anleger während des vergangenen Jahres drastisch gesunken sind. Der Anteil der Investoren, die in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Nettorendite von 16 Prozent und mehr erwarten, ist von 43 Prozent im Vorjahr auf 29 Prozent gesunken. Dieses Niveau ergab auch die Umfrage von Ende 2004. Eine solche Performance läge aber immer noch deutlich über der Return-Erwartung für den Aktienmarkt.
Für liquide Beteiligungen ergab eine JP-Morgan-Studie im Schnitt der nächsten drei bis fünf Jahre einen Erwartungswert von fünf bis zehn Prozent. Die gesunkene Performance von Private ¬Equity in der Weltwirtschaftskrise hat jedoch laut vielen in der Coller-Studie Befragten "die Einstellung in ihrer eigenen Organisation gegenüber dieser Anlageklasse massiv beschädigt".
In Folge der Krise hat sich auch die Umsetzung der Beteiligungsengagements verändert. 60 Prozent haben die Investmentkriterien geändert und sind jetzt weniger risikobereit. Die Hälfte hat die Due Diligence verstärkt und fordert ein besseres Reporting. 40 Prozent der Investoren haben ihre eigenen Teams verstärkt. Das negative Sentiment gegenüber Private Equity könnte sich im kommenden Jahr aber schon wieder abschwächen: 85 Prozent der Investoren halten 2010 für ein gutes oder sogar hervorragendes Jahr für Erstinvestitionen.
portfolio institutionell newsflash 16.12.2009/pe/jan/kbe




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