Alternative Anlagen
04.12.2017

Private Equity: Co-Investments weiter auf dem Vormarsch

Coller-Barometer zeigt Renditeerwartung von elf Prozent und mehr an. Ein Drittel investiert direkt.

Der Anteil der Limited Partners (LPs), die sich direkt an Privatunternehmen ohne Einbeziehung eines Private-Equity-Fonds beteiligen, hat laut dem jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital den Höhepunkt erreicht. Zur 27. Ausgabe des Global Private Equity Barometers steuerten 110 LPs weltweit ihre Meinung bei. Zwischen 2006 und 2012 verdoppelte sich der Anteil dieser direkt investierenden LPs nahezu auf 30 Prozent. Seither liegt er nahezu unverändert bei 31 Prozent der LPs. Dass der Anstieg direkt investierender Investoren in den vergangenen Jahren weniger steil war, dürfte auch daran liegen, dass Co-Investments – also Direktanlagen parallel zu einem indirekten Fondsinvestment in dieselbe Firma – nahezu stetig an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei verdoppelte sich die Zahl der Co-Investoren unter den LPs in den vergangenen zehn Jahren auf aktuell 55 Prozent.

„Dieses Barometer vermittelt ein interessantes Bild von einer Branche, die weiterhin wächst, deren Form sich aber allmählich festigt“, so Jeremy Coller, CIO von Coller Capital. „Die Anlegergemeinschaft befindet sich nach unserer Einschätzung an einem Scheideweg. Limited Partners, die spezialisierte Ansätze in Bezug auf Private Equity verfolgen, beispielsweise Direktinvestitionen in Privatunternehmen, werden voraussichtlich den Anteil des Kapitals erhöhen, das sie in diese Bereiche investieren. Anleger, die diesen Weg noch nicht eingeschlagen haben, werden dies in Zukunft auch nicht unbedingt tun.“

Quoten sollen erhöht werden 

Alternatives gewinnen gerade in Europa an Interesse. Der Anteil der Anleger, die eine Erhöhung ihres Engagements in alternativen Anlagen beabsichtigen, ist in Europa doppelt so hoch wie in Nordamerika: 59 Prozent der befragten europäischen LPs gaben an, ihre Zielallokationen in alternativen Anlagen im nächsten Jahr erhöhen zu wollen, verglichen mit 31 Prozent in Nordamerika. Hedgefonds sind die einzige Kategorie alternativer Anlagen, in der beide Anlegergruppen ihre Zielallokationen insgesamt verringern wollen. Interessante Ergebnisse lieferte das Barometer auch zu der Frage, ob LPs eher daran denken, die Zahl ihrer General Partners (GPs) zu erhöhen oder ihr bestehendes Anbieter-Portfolio mit höheren Kapitalzusagen zu versehen. Es ergab sich ein klares „sowohl als auch“. Zwei Fünftel der LPs planen die Anzahl der Manager ihres Private-Equity-Portfolios zu erhöhen, ein Fünftel plant eine Senkung. Für letzteres dürfte auch eine Rolle spielen, dass 89 Prozent der LPs meinen, dass zu viel schwache GPs mit Anlagegeldern bedacht werden. Dagegen plant die Hälfte der LPs die Durchschnittsgröße ihrer Commitments zu einzelnen Managern zu erhöhen. Nur zehn Prozent planen eine Reduktion. 

Private-Equity-Erwartungswert: elf Prozent + x 

Anleger erwarten mittelfristig von ihren Private-Equity-Portfolios nach wie vor attraktive Renditen. Dem Barometer zufolge gehen vier Fünftel der befragten LPs davon aus, mit ihren Private-Equity-Portfolios in den nächsten drei bis fünf Jahren Jahresrenditen von elf Prozent und mehr zu erzielen. Die langfristige Entwicklung beurteilen die LPs etwas vorsichtiger: Ein Drittel erwartet, dass die Private-Equity-Renditen mehr oder minder auf ihrem aktuellen Niveau verharren, und drei Fünftel sind der Ansicht, dass sie mit zunehmender Reife des Marktes sinken werden. 

portfolio institutionell 04.12.2017/Patrick Eisele

 
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