Alternative Anlagen
02.07.2018

Private Equity goes Real Estate

PWC: Immobilien statt Buyouts. Zahl der institutionellen Immobilieninvestoren steigt.

Immobilien in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfreuen sich bekanntlich einer hohen Nachfrage. Wer auf der Nachfrageseite steht, zeigt eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC in Zusammenarbeit mit dem Datendienstleister Preqin. Demnach entfielen zuletzt 27 Prozent aller Private-Equity-Immobilien-Transaktionen in Europa auf die DACH-Region. Zum Vergleich: 2014 waren es gerade einmal 15 Prozent. Noch stärker stieg laut der Analyse im gleichen Zeitraum das aggregierte Deal-Volumen: Während die Transaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz 2014 nur 13 Prozent des europäischen Gesamtmarkts ausmachten, kamen die drei Länder im vergangenen Jahr bereits auf 26 Prozent. „Immobilieninvestitionen werden für Private-Equity-Fonds immer wichtiger“, erklärt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PWC in Deutschland. „Während sich vor zehn Jahren die meisten Private-Equity-Häuser noch auf Leveraged Buyouts konzentriert haben, verfolgen viele heute eine deutlich diversifiziertere und langfristigere Investitionsstrategie. Aufgrund ihrer Stabilität und ihres attraktiven Immobilienmarkts erfreut sich die DACH-Region dabei zunehmender Beliebtheit.“

Die Studienmacher verweisen zudem auf eine „ungeheure Dynamik“ im DACH-Markt: Während die Zahl der Private-Equity-Transaktionen in Europa zwischen 2012 und 2017 um durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr stieg, waren es in den drei deutschsprachigen Ländern 42 Prozent. Der Gesamtwert aller Deals stieg pro Jahr sogar um durchschnittlich 87 Prozent. Auch damit hängte die DACH-Region das gesamte Europa (37 Prozent) deutlich ab.

Mehr institutionelle Immobilieninvestoren  

Auch institutionelle Immobilieninvestoren sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr aktiv. Kommt die PWC-Studie basierend auf Preqin-Zahlen für 2015 noch auf 403 institutionelle Immobilieninvestoren in den drei Ländern, so sind es aktuell schon 557, ein Anstieg um 38 Prozent in nicht einmal drei Jahren. Zugleich dürften auch deren „Assets under Management“ stetig zunehmen – unter anderem weil die private Säule in der Altersvorsorge immer wichtiger wird, was für steigende Nettozuflüsse in entsprechende Anlageformen spricht. Dabei ist das Ausgangsniveau ohnehin alles andere als bescheiden: Schon jetzt verwalten Pensionsfonds in den drei DACH-Ländern mehr als 1000 Milliarden Euro.

Absehbar ist für PWC, dass sich der Fokus der DACH-Investoren in den kommenden Jahren sukzessive von den einheimischen Märkten wegbewegen wird. „Aus Gesprächen mit führenden deutschen Investmentmanagern wissen wir, dass sie ihr europäisches Exposure weiter diversifizieren wollen“, so Susanne Eickermann-Riepe, Leiterin Real Estate bei PwC in Deutschland. Inwiefern sich der Trend in Richtung USA tatsächlich weiter verstärke hänge aber nicht zuletzt davon ab, ob die Kosten für die verpflichtende Absicherung von Währungsrisiken wieder sinken oder langfristig auf dem aktuell hohen Niveau verbleiben werden.

portfolio institutionell, 02.07.2018/Patrick Eisele

 
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