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Alternative Anlagen
28.02.2017

Private Equity treibt die Performance

Alternative Investments sind Performance-Treiber (Grafik: Universal-Investment)

Trotz historisch niedriger Transaktionsvolumina im zweiten Halbjahr 2016 ist die Wertentwicklung bei Private Equity beachtlich. Auch in den Portfolios deutscher institutioneller Investoren waren Private-Equity-Fonds 2016 der Performance-Treiber. Zwei Analysen geben Aufschluss.

Die Anzahl an Transaktionen im Private-Equity-Bereich ist in der zweiten Jahreshälfte 2016 deutlich zurückgegangen. Dennoch steigen die Gewinne weiter. Zu dieser Erkenntnis kommt State Street in seiner jüngsten Veröffentlichung zu den Ergebnissen des State Street GX Private Equity Index (PEI). „Obwohl Private-Equity-Transaktionen in der zweiten Jahreshälfte 2016 eines der historisch niedrigsten Volumen verzeichneten, sehen wir in der durchaus beachtlichen Wertentwicklung in allen drei Private-Equity-Kategorien dennoch ein positives Zeichen“, erklärte Will Kinlaw, Senior Managing Director und Global Head von State Street Associates, einem Bereich der State Street Global Exchange.

Im dritten Quartal 2016 verzeichnete der PEI eine Gesamtrendite von 3,8 Prozent, wobei die Teilsegmente Buyout, Private Debt und Venture Capital jeweils eine positive Wertentwicklung aufwiesen. Im Detail heißt das: Unter den drei Hauptanlagestrategien erzielten Buyout-Fonds ein Gesamtjahresergebnis von 10,4 Prozent, Private Debt kam auf 6,1 Prozent und Venture Capital erreichte 4,7 Prozent. Wie State Street weiter feststellt, verzeichneten auf Europa fokussierte Private-Equity-Fonds einen Wertzuwachs von 4,1 Prozent (in US-Dollar), nachdem dieser im vorigen Quartal nur 0,7 Prozent betragen hatte. Das Gesamtjahresergebnis sprang per Ende September 2016 ebenfalls von 7,3 Prozent im zweiten Quartal auf 10,8 Prozent.

Der PEI ist ein Referenzindex zur Vergleichsanalyse der Wertentwicklung von Private-Equity-Fonds, basiert auf direkt von Fondsgesellschaften stammenden Daten und repräsentiert mehr als 2,5 Billionen US-Dollar an Private-Equity-Investitionen bei mehr als 2.600 spezifischen Private-Equity-Beteiligungen zum 30. September 2016.

Spezialfondsanalyse: Einstieg in Private Equity wurde belohnt

Dass Private Equity über die vergangenen Jahre in den Portfolios institutioneller Anleger aus Deutschland ein wesentlicher Performance-Treiber war, konnte auch Universal-Investment in seiner jüngsten Spezialfondsanalyse feststellen, für die zum 31. Dezember 2016 alle Anlagen in Spezialfonds bei der Master-KVG mit einem Gesamtvolumen von rund 216 Milliarden Euro untersucht wurden. Dabei zeigte sich, dass Private-Equity-Fonds über die vergangenen fünf Jahre eine jährliche Performance von 11,09 Prozent erzielten. Im vergangenen Jahr fiel der Wert etwas bescheidener aus, lag mit 7,13 Prozent jedoch vor allen anderen Asset-Klassen. „Wer vor drei, vier Jahren bei Private Equity eingestiegen ist, wurde belohnt. Private Equity ist ein echter Ertragsbringer“, merkte Markus Neubauer, Geschäftsführer bei Universal-Investment, an. Kein Wunder, dass die Zufriedenheit mit dieser Asset-Klasse derzeit äußerst ausgeprägt ist. Laut einer aktuellen Untersuchung von Preqin, für die 533 institutionelle Investoren weltweit befragt wurden, zeigten sich 84 Prozent der befragten Private-Equity-Investoren mit dieser Asset-Klasse zufrieden. Nur drei Prozent sahen diese Anlageklasse negativ. (Mehr zu dieser Preqin-Studie lesen Sie hier.)  

Zum Vergleich: Die Wertentwicklung aller Spezialfonds lag Ende 2016 bei 4,72 Prozent und damit über der langfristigen Performance, die im Schnitt der vergangenen zehn Jahre 3,89 Prozent pro Jahr beträgt und knapp unter der Vier-Prozent-Schwelle liegt. Neben Private-Equity-Fonds waren Aktien die Performance-Treiber. Die Aktienfonds erzielten im vergangenen Jahr 6,23 Prozent und über die vergangenen fünf Jahre 9,45 Prozent.

Bei einem differenzierten Blick auf die Anlegergruppen fällt ins Auge, dass Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen, auf die rund 108 Milliarden Euro des untersuchten Spezialfondsvolumens bei Universal-Investment entfallen, einen Tick besser als der Gesamtdurchschnitt abschneiden. Am Ende des Jahres 2016 standen 5,01 Prozent zu Buche. Und auch auf längere Sicht haben die Vorsorgeeinrichtungen die Nase gegenüber anderen Anlegergruppen vorn. Die Performance ihrer Spezialfonds betrug über die vergangenen zehn Jahre 4,22 Prozent pro Jahr. „Der höhere Freiheitsgrad und damit höhere Anteil von vermeintlich risikobehafteteren Anlagen, wie Aktien und Loans, im Vergleich zum Anlegerdurchschnitt zahlt sich aus“, so Neubauer.

Aktien statt Renten

Die Aktienquote in den Portfolios der Altersvorsorgeeinrichtungen ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich nach oben gegangen. Diese stieg von rund 20 Prozent im Jahr 2012 auf nunmehr 33,9 Prozent. Umgekehrt hat der Rentenanteil sukzessive abgenommen. Dieser fiel von 47,3 auf 32,9 Prozent. Allein im vergangenen Jahr nahmen die Altersvorsorgeeinrichtungen nochmals einen großen Schritt und reduzierten ihre Rentenquote bis Ende 2016 um 3,6 Prozent.

Dieser Trend ist auch bei allen anderen Anlegergruppen zu beobachten, allerdings nicht ganz so ausgeprägt wie bei den Altersvorsorgeeinrichtungen. In den vergangenen fünf Jahren legte der Aktienanteil in den Portfolien fast konstant zu. Vom tiefsten Stand 2012 bei rund 22 Prozent kletterte dieser zunächst auf 30 Prozent im Jahr 2015. Darauf folgte eine kurze Verschnaufpause, bis im vierten Quartal 2016 die Aufwärtsbewegung wieder Fahrt aufnahm. Stand Ende 2016 erreichte der Aktienanteil mit 32 Prozent einen neuen Höchstwert – sicherlich auch bedingt durch steigende Märkte.

Im Gegenzug sind die Rentenquoten stetig abgebaut worden, wie die Spezialfondsanalyse von Universal-Investment zeigt. Vom Höchststand bei 57 Prozent 2012 ist der Rentenanteil inzwischen auf 45 Prozent abgesackt. Innerhalb des Rentenbereichs gab es jedoch recht unterschiedliche Entwicklungen. Während der Staatsanleihenanteil 2012 noch 33 Prozent am gesamten Rentenanteil ausmachte, sind es inzwischen nur noch 25 Prozent. Zugelegt haben hingegen Unternehmensanleihen, deren Anteil von 19 auf 34 Prozent nach oben schoss. Zugelegt haben auch die Schuldscheindarlehen und Loans. Im Jahr 2012 ließ sich diese Asset-Klasse – Private Debt – quasi noch nicht messen. Ende 2016 betrug der Anteil bereits 6,43 Prozent. Absolut gesehen mag dies nicht viel sein, relativ gesehen ist dieser Anstieg jedoch enorm. Im Übrigen ist die Quote der Schuldscheindarlehen und Loans inzwischen genauso groß, wie die Pfandbriefquote im gesamten Rentenanteil. Diese fiel von 16 Prozent 2012 auf 6,16 Prozent Ende 2016.

Ein erneuter Blick auf die Altersvorsorgeeinrichtungen zeigt, dass innerhalb des Rentensegments ebenfalls deutliche Umschichtungen erfolgten, die in dieselbe Richtung gehen. Abermals ist der Trend hier noch ausgeprägter. Der Anteil der Unternehmensanleihen am Rentenportfolio ist in den vergangenen fünf Jahren von 22 auf 35,9 Prozent aufgestockt worden, während die Staatsanleihenquote auf 17 Prozent gesenkt wurde. Deutlich aufgestockt haben die Altersvorsorgeeinrichtungen auch ihren Anteil an Schuldverschreibungen und Loans, und zwar auf mittlerweile 12,7 Prozent.  

portfolio institutionell newsflash 27.02.2017/Kerstin Bendix

 
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