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Investoren
07.12.2015

Regularien-Panel / portfolio masters 2015: Alternatives in der operativen Umsetzung

Quelle: Alex Habermehl

Mit der Finanzkrise begann das Zeitalter der Regulierung. Was dies in der Praxis für die Administration von ­alternativen Anlagen bedeutet, diskutierten auf dem Regularien-Panel des portfolio institutionell masters­ Verwahrer, Risikomanager und Rechtsexperten.

Herr Dr. Sepp, Caceis verwahrt sehr verschiedene Sachwerte. Gibt es Betriebskostenvor­teile bei der Verwahrung von Schwesternwohnheimen und Biomasse-Kraftwerken?

Dr. Holger Sepp: Nein, das ist generell ein Unterschied zwischen Wertpapieren und Sachwerten. Bei Sachwerten haben wir heute immer noch sehr stark einen individuellen Prozess. Es gibt wenige automatisierte Prozesse. Das, was wir als Vorteile generieren können, ist, dass Sachwerte nicht nur bei uns in Deutschland ein Schwerpunkt sind, sondern auch in anderen Ländern der Caceis-Gruppe. Das heißt, wir bauen auf einer einheitlichen Infrastruktur auf, wir haben Asset-Klassen-Know-how an verschiedenen Standorten. Das sind Vorteile, aber in Summe sind die Prozesse dahinter sehr manuell.
Zum Begriff der Verwahrstelle: Es gibt für uns bei Sachwerten nicht wirklich etwas zu „verwahren“ – anders als auf der Wert­papierseite. Wir kontrollieren und begleiten den Prozess, wenn es um den Verkauf oder Kauf von Objekten geht. Wir kontrollieren die Cashflows in den Fonds.

Die Hansainvest ist eine KVG für unter anderem Sachwerte. Ab wann lohnt sich für den Asset Manager eine eigene KVG-Lizenz?

Marc Drießen: Das ist ein vielschichtiges Thema. Aus rein kaufmännischen Gründen können Sie eine KVG bei rund einer ­Milliarde Assets under Management kostendeckend betreiben. Aber selbst dann ist die Frage, ob es der richtige Weg ist. Denn Sie haben relativ wenige Synergien zum normalen Asset-Management-Betrieb. Von unseren rund 90 Mitarbeitern in der Service-KVG sind ein Großteil Spezialisten für Buchhaltung oder Risikomanagement. Das hat mit Asset Management relativ wenig zu tun. Die vorhandenen Synergien, zum Beispiel bei Recht und Compliance, halten sich sehr stark in Grenzen. Eine externe KVG bietet zudem an ­vielen Stellen einen Vorteil durch Best-Practice-­Lösungen. Der Asset Manager schmort also nicht nur im eigenen Saft, sondern profitiert vom Marktüberblick der KVG. Neben der kaufmännischen Entscheidung ist also wichtig: Welchen über den Kostenvorteil hinausgehenden Mehrwert liefert mir die KVG?

Vom Asset Manager zum Investor: Welchen Mehrwert bringt ihm die AIFMD?

Drießen: Bei geschlossenen Sachwertefonds und Privatinvestoren ist die Verwahrstelleneinführung einer der größten Mehrwerte. Das gilt auch für viele semiprofessionelle Anleger. Es führt zu einem echten Sechs-Augen-Prinzip. Bei institutionellen ­Investoren war es hingegen schon immer so, dass man zumindest ab einer bestimmten Größe über eine Spezialfondslösung investiert hat.
Die wesentliche Neuerung kam also eher bei geschlossenen Fonds. Und das ist meines Erachtens positiv, weil es weniger anfällig ist für unlautere Geschäftsmodelle.

Herr Sepp, Sie haben drei außereuropäische Immobilienmanager, die bei Ihnen die Verwahrstelle haben, aber keine KVG-Lizenz in Deutschland. Wie geht das?

Sepp: Das ist möglich mit der Erlaubnisanzeige nach Paragraf 330 KAGB, laut der Non-EU-AIFMD-Manager mit einer deutschen Verwahrstelle die Erlaubnis bekommen, ihre Produkte an institutionelle ­Investoren zu vertreiben.

Achim Pütz: Dabei ist wichtig zu unterscheiden, dass das eine reine Vertriebserlaubnis ist. Damit eignet sich das Produkt natürlich für ­institutionelle Investoren noch lange nicht. Die Anlageverordnung zum Beispiel verlangt in den meisten illiquiden Anlageklassen eine AIFMD-Kompatibilität, die der amerikanische Manager in der Regel nicht zu bieten hat. Unter Solvency II könnte das gegebenenfalls interessant sein, wenn Investoren weniger bis gar nicht auf die Anlageverordnung schauen müssen. Wenn sie dann ein interessantes Produkt sehen, könnte das für den Manager sicherlich von Vorteil sein.

(portfolio masters 2015: Hier gelangen Sie zur Bildergalerie dieser Veranstaltung.) 

 
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