Administration
14.07.2017

Sachwerte erfordern mehr Kundenorientierung

Dr. Holger Sepp (Bild: Caceis)

Die AIFM-Richtlinie hat Verwahrstellen neue Geschäftspotenziale beschert. Diese Chance hat vor allem Caceis genutzt. Im Interview mit portfolio institutionell bezieht Dr. Holger Sepp, Mitglied der Geschäftsführung bei Caceis in Deutschland, Stellung zu Voluminas, Skalierungsmöglichkeiten und der Digitalisierung von Sachwerten.

Herr Dr. Sepp, im Jahr 2013 sagten Sie uns in einem Interview anlässlich des Startschusses für die AIFMD, dass Verwahrstellen in Zukunft bei geschlossenen Fonds von einem jährlichen Geschäftspotenzial von circa sieben bis zehn Milliarden Euro ausgehen können. Wie zutreffend war diese Prognose?

Laut BVI-Verwahrstellenstatistik vom März 2017 weisen die geschlossenen Investmentfonds (nach AIFMD beziehungsweise KAGB) ein Marktvolumen von 8,7 Milliarden Euro aus. Dies repräsentiert jedoch noch nicht das geplante Zielvolumen der einzelnen Fonds: Die geplanten Zielvolumina der Emissionshäuser deuten seit circa 2015 auf ein jährliches Marktwachstum von sieben bis zehn Milliarden Euro im Bereich der geschlossenen Fonds hin. Allerdings limitiert derzeit die Verfügbarkeit der Assets, wie beispielsweise bei Immobilien, das tatsächliche Wachstum. 

Welche alternativen Assets verwahrt denn Caceis nun? Was können Sie zu den Voluminas sagen?

Caceis verwahrt grundsätzlich alle gängigen Asset-Klassen. Im Bereich der geschlossenen Fonds beziehungsweise den Sachwertfonds nehmen Immobilien den bei weitem größten Teil am Gesamtvolumen ein. Bei Immobilieninvestmentfonds verfügt Caceis ohnehin bereits über eine langjährige Expertise und entsprechende Erfahrung. Daneben verwahrt Caceis aber auch Fonds der Anlageklassen Private Equity, Flugzeuge, Infrastrukturfonds, Erneuerbare Energien, Flugzeugtriebwerke, Schiffe und Container. Darüber hinaus ist Caceis grundsätzlich offen für andere Asset-Klassen.

Der Markt weist laut BVI-Verwahrstellenstatistik vom März 2017 wie gerade erwähnt im Bereich der geschlossenen Investmentvermögen ein Volumen von 8,7 Milliarden Euro aus. Caceis verwahrt davon 5,1 Milliarden Euro und ist damit klarer Marktführer. Die volumenstärksten Assets sind aktuell Immobilien, Private Equity und Flugzeuge. Nach Kundengruppen betrachtet, entfallen diese 5,1 Milliarden Euro vor allem auf Asset Manager oder Initiatoren. In seltenen Fällen verwahren wir auch illiquide Assets für institutionelle Investoren. 

Wie effizient lassen sich diese Assets verwahren? Wird der höhere Aufwand durch die höheren Gebühren kompensiert? 

Die Sachwert-AIFMs sind tendenziell eher klein oder mittelständisch organisiert und fragen bei unterschiedlichen Asset-Klassen durchweg ein individuelles Set-up der Verwahrstelle nach. Hier können die Verwahrstellen also nur mit einer hohen Kundenorientierung und der Bereitschaft zu maßgeschneiderten Lösungen erfolgreich sein. Die von Kunden gewünschten individuellen Set-ups sowie die individuellen Besonderheiten und Anforderungen der einzelnen Sachwertekategorien rechtfertigen die höheren Gebühren für die Verwahrung von AIFs.

Bestehen Skalierungsvorteile zwischen beispielsweise Immobilien und Schiffsfonds? 

Skaleneffekte gibt es vor allem bei den geschlossenen Immobilienfonds (AIFs) aufgrund der Erfahrung von Caceis mit offenen Immobilienfonds. Caceis baut zudem auf dem gesamten Know-how aus der Caceis-Gruppe auf, wo alternative Assets schon eine lange Tradition in der Verwahrung haben. Hinzu kommt die Expertise von den Kollegen der Muttergesellschaft von Caceis, der Crédit-Agricole-Gruppe, die ihrerseits als ein wesentlicher Finanzierungspartner für alternative Assets wie etwa Flugzeuge oder Schiffe gilt.

Wie weit lassen sich Sachwerte automatisieren oder digitalisieren? 

Die Natur der Sachwertfonds macht deutlich, dass ein vergleichbar hoher Automatisierungsgrad (Digitalisierung) wie bei Wertpapierfonds nicht möglich sein wird. Natürlich laufen einige Prozesse digital, wie etwa Bewertungsprozesse. Andere Prozesse sind jedoch asset-spezifisch zu betrachten. Dies lässt sich etwa am  Eigentumsübergang oder an den Zahlungsströmen festmachen. 

portfolio institutionell newsflash 13.07.2017/Patrick Eisele 

 
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