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18.02.2010

Solarparks in Deutschland vorerst uninteressant

Umweltminister Norbert Röttgen hat am 20. Januar für einen Aufschrei in der deutschen Solarbranche gesorgt.

Umweltminister Norbert Röttgen hat am 20. Januar für einen Aufschrei in der deutschen Solarbranche gesorgt. Er kündigte an, zusätz­lich zur jährlichen Degression die Sätze für die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen drastisch zu reduzieren. Auch ­Investoren betreffen die Pläne des Ministers. Kommt die Reduzierung wie geplant, bringen neue Solarparks in Deutschland künftig nicht mehr die gewünschte Rendite. Was bleibt, sind Projekte im Ausland.

Bereits zum 1. April will Röttgen die Einspeisevergütung von 39 auf 33 Cent je Kilowattstunde kürzen, zusätz­lich zur regulären ­Degression zum Jahreswechsel. Anlagen auf Freiflächen erhalten eine Schonzeit. Hier ist der 1. Juli als Termin avisiert. Für Parks auf Ackerflächen kommt es besonders dick: Hier soll die Vergütung um 25 Prozent sinken. Für die Anbieter von Beteiligungen im Solarbereich sind die neuen Rahmenbedingungen eine Herausforderung. "Vor dem Hintergrund des nun veröffentlichten Entwurfs zur drastischen Reduzierung der Solarförderung von Seiten des Gesetzgebers werden die Emissionshäuser genau kalkulieren müssen, inwieweit sich ein in deutsche Solaran­lagen investierender geschlossener Fonds für den Endanleger weiter rechnet”, sagt Erich Seeger, der im Vorstand der Commerz Real für die Konzeption und den Fondsvertrieb zuständig ist. Immerhin: Betreiber von bereits bestehenden Photovoltaik-Kraftwerken haben nichts zu befürchten. Wer zu den Stichtagen bereits Strom ins Netz einspeist, kassiert den höheren Satz. Ob das bei allen Großprojekten bis 30. Juni gelingt, ist fraglich. "Wir warnen vor einem Last-Minute-Hype", erklärt­ Peter Heidecker, Geschäftsführer des Initiators Chorus. Wechselrichter sind schon seit einiger Zeit knapp, bei Modulen wird es zumindest bei den Qualitätsherstellern eng. Bleibt nur der Ausweg minderwertige Qualität mit den Risiken zusätz­licher Instandhaltungskosten und reduzierter Erträge.

Klare Worte findet Klaus Wolf, Geschäftsführer von KGAL, der erst im Dezember ein Volumen von 200 Millionen Euro bei institutionellen­ Investoren platziert hat: "Die Politik macht hier einen Fehler." Schließlich sei ein Solarpark kein Sparbuch, das Rendite-Risiko-­Verhältnis stimme nicht mehr. Profitieren werden andere Staaten. "Wir nehmen Deutschland aus unserem Primärfokus und setzen statt­dessen auf Spanien, Italien, Griechenland und verstärkt Frankreich, die alle eine vergleichbare Einspeiseregelung haben und wegen der Eurozone frei von Währungsrisiken sind", so Wolf.

 
jtb
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