FRANKFURT - Die Deutsche Bank ist derzeit dabei, die Administration ihrer Fonds an State Street auszulagern. Dies sagte ein Sprecher der Bank und bestätigte damit eine Recherche von portfolio institutionell.
Mit dieser Auslagerung will die Deutsche Bank insgesamt 235 Millionen Euro in der Vermögensverwaltungssparte einsparen, heißt es aus Konzernkreisen. Dem Vernehmen nach wird die Auslagerung auch in den USA bereits umgesetzt.
Über die Details des Deals, der bei der Deutschen Bank den Projekttitel "Allegro" (eine Bezeichnung für schnelle Musikstücke) trägt, herrscht allerdings noch Unklarheit. Die Fondsadministration gilt als Herzstück der Aufgaben einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) und umfasst Aufgaben wie Fondsbuchhaltung, Controlling und Meldewesen.
Wie weitreichend die Auslagerung diese Funktionen betrifft, ist unklar. Zu diesen Einzelheiten und auch zum Zeitplan der Transaktion sowie zur Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze wollte der Deutsche-Bank-Sprecher keine Angaben machen.
In Deutschland sind bei der Deutschen Bank etwa 250 Mitarbeiter für die Administration von Fonds des Konzerns tätig. Diese werden unter den Marken "DWS" und "DB Advisors" vertrieben. Laut Deutsche Bank werde eine Auslagerung von Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter "verträglich gestaltet". Für die Kunden werde sich keine Veränderungen in Bezug auf Servicequalität ergeben.
Mit dem Projekt "Allegro" folgt die Deutsche Bank den Spuren anderer Anbieter, die sich immer stärker auf ihre Kernkompetenzen beschränken. So hat kürzlich die Credit Suisse die KAG der deutschen Tochter an die Société Générale Securities Services (SGSS) abgegeben. Ähnliche Mandate führt die Tochter der französischen Bank bereits für Pioneer und die Siemens KAG. State Street wiederum administriert bereits seit längerem auch die Fonds von Axa Investment Managers und Lazard AM. Vor etwa zwei Jahren gründeten Allianz Global Investors und Deka das gemeinsame Administrations-Joint-Venture Dealis.
Dass sich die Deutsche Bank für State Street entschieden hat, dürfte auch daran liegen, dass man bereits bei anderen Projekten zusammengearbeitet hat. State Street stellt der Deutschen Bank die Plattform für ein Pension Pooling zur Verfügung. 2003 verkaufte die Deutsche Bank ihr Global-Custody-Geschäft an State Street. Eine enge Geschäftsbeziehung besteht auch darin, dass State Street bereits Global Custodian für DB Advisors und die DWS ist.
Als Argumente für den Outsourcing-Trend werden üblicherweise die Kostenreduktion und die Möglichkeit, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren, aufgeführt. Andererseits bemängeln Kritiker, dass die Gefahr bestehe, dass Expertise verloren geht und auch das Vier-Augen-Prinzip ausgehöhlt werde.
portfolio institutionell newsflash 23.09.2010/pe-jan/maa




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