Auch bei einem möglichen Fehlverhalten dürfte der Fall verjährt sein.
ULM/NÜRNBERG - Als Folge des Korruptionsprozesses gegen Josef Bader ermittelt die Staatsanwaltschaft Ulm gegen Hans-Joachim Rauscher, Vertriebsvorstand bei der Nürnberger Versicherung.
Wie portfolio institutionell erfuhr, will die Staatsanwaltschaft genau prüfen, welche Rolle Rauscher bei zwei krummen bAV-Deals, die Bader mit dem LKW-Hersteller Iveco-Magirus ausgehandelt hatte, spielte.
Rückblick: In den Jahren 2002 und 2005 hatte der LKW-Hersteller die Magus Finanzconsulting GmbH, eine Firma von Josef Bader, als Berater für zwei bAV-Deals ausgewählt. Dabei erhielt Andreas Märkl, der Ex-Betriebsratschef von Iveco-Magirus, Schmiergeld-Zahlungen in Höhe von 400.000 Euro. Die bAV-Produkte lieferte die Nürnberger Versicherung.
Märkl wurde vom Landgericht Stuttgart bereits verurteilt, während das Verfahren gegen Bader noch läuft (siehe Meldung). Wer die Zahlungen organisierte und woher das Geld kam, ist noch unklar.
Die Staatsanwaltschaft sei besonders an Rauschers Aktivitäten während des ersten bAV-Deals mit Iveco-Magirus interessiert. Allerdings: Auch bei einem möglichen Fehlverhalten, dürfte der Fall verjährt sein.
Rauscher selbst wurde vom Landgericht Stuttgart als Zeuge für den Bader-Prozess geladen. Als er am 25. Oktober erschien, machte er von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch. Zu der Thematik wollte ein Sprecher der Nürnberger auch keine Stellung nehmen.
Derweil dauern die Ermittlungen gegen Norbert Plachta, Baders ehemaliger Kontakt bei der Nürnberger an. Plachta, der heute Vorstandschef der bAV-Beratungsfirma UFB:UMU ist, wurde nicht als Zeuge geladen. Eine Urteilsverkündung im Verfahren gegen Bader wird noch für Anfang Dezember erwartet, auch wenn Baders Verteidigung einige zusätzliche Zeugen geladen hat.
portfolio institutionell newsflash 03.11.2010/jan/kbe




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