Asset Manager
28.02.2018

Standard Life Aberdeen fokussiert sich

Versicherungsgeschäft wird abgetrennt. Run-off-Spezialist greift zu.

Nur ein halbes Jahr nach seiner Fusion mit dem Vermögensverwalter Aberdeen steht der britische Lebensversicherer Standard Life vor erheblichen Veränderungen. Der Konzern will laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa sein Versicherungsgeschäft an den Abwickler Phoenix Group losschlagen. Die börsennotierte Standard Life Aberdeen wolle sich künftig auf die Vermögensverwaltung konzentrieren, berichtet dpa. 

Die Briten erhalten im Zuge des Verkaufs 2,3 Milliarden britische Pfund in bar sowie eine Beteiligung an Phoenix von knapp 20 Prozent im Wert von rund 900 Millionen Pfund. Standard Life Aberdeen will mit dem Verkauf Geld freibekommen, um seine Vermögensverwaltung auszubauen. Mit einem verwalteten Vermögen von derzeit rund 655 Milliarden britischen Pfund gehört Standard Life Aberdeen schon heute zu den weltweit größten Investmentfirmen. 

Künftiger geringerer Kapitalbedarf 

Die Phoenix Group hat sich auf den Kauf und die Verwaltung geschlossener Lebensversicherungsbestände spezialisiert. Zusammen mit dem Vertrieb und Beratungsbereichen, die bei Standard Life Aberdeen verbleiben, will das Unternehmen aber auch neue Verträge an Kunden verkaufen. Im Gegenzug soll Standard Life Aberdeen der bevorzugte Vermögensverwalter von Phoenix werden.

Im Zentrum der Übernahme stehen enorme Synergieeffekte: Die Integration der Versicherungsbereiche soll Phoenix zufolge über die Jahre hinweg insgesamt Einsparungen von 720 Millionen Pfund bringen. „Mit dieser Transaktion ist unsere Verwandlung in ein Geschäft mit niedrigem Kapitalbedarf abgeschlossen“, zitiert die Börsen-Zeitung den scheidenden Standard-Life-Chairman Sir Gerry Grimstone. Der Prozess habe 2010 mit dem Verkauf der Standard Bank begonnen, gefolgt von der Veräußerung des Geschäfts in Kanada und dem Zusammenschluss mit Aberdeen. 

Mit dem Versicherungsgeschäft von Standard Life wechseln die Verträge von rund 4,8 Millionen Lebens- und Rentenversicherungskunden in Großbritannien und Europa zu Phoenix, berichtet dpa. Auch Kunden aus Deutschland seien von der Transaktion betroffen. Den Abschluss des Deals erwarten die Parteien für das dritte Quartal 2018. 

portfolio institutionell 26.02.2018/Tobias Bürger

 
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