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10.11.2010

State Street startet deutsches ETF-Geschäft

Vin Bhattacharjee

Vin Bhattacharjee

Im ersten Schritt wurden zwölf ETF auf Xetra der Deutschen Börse gelistet.

FRANKFURT - Die US-Gesellschaft State Street Global Advisors (SSgA) hat mit dem Börsen-Listing von zwölf Aktienfonds den Einstieg in das deutsche Geschäft mit Exchange Traded Funds (ETF) gemacht. Zum Start wurden ETF auf MSCI-Europa-Aktienindizes notiert, die bereits 2001 in Frankreich lanciert, aber erst im Juni 2010 umstrukturiert und börsenfähig gemacht wurden.

Neben dem MSCI Europe und MSCI Europe Small Cap dominieren die zehn Sektor-Subindizes des MSCI Europa das Angebot. Die Produkte replizieren die Indizes physisch und setzen keine Derivate ein. "Wir wollen institutionellen Investoren ein breites Produktangebot in Europa präsentieren, heute war der erste Schritt dafür", kündigte Vin Bhattacharjee, Leiter des Europa-Drittvertriebs von SSgA, im Gespräch mit portfolio institutionell am Rande der SSgA-Pressekonferenz in Frankfurt an.

Konkrete Absatzziele für Europa nannte Bhattacharjee nicht. Man wolle allerdings zu den führenden ETF-Anbietern in Europa aufrücken. In den USA ist SSgA bereits seit dem Jahr 2000 mit ETF am Markt aktiv und ist mit 140 Milliarden US-Dollar global der zweitgrößte ETF-Anbieter hinter I-Shares, die es auf knapp 500 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen in ETF bringt. In Europa dominieren I-Shares, Lyxor und die Deutsche Bank das ETF-Geschäft. Laut Bhattacharjee sind bereits eine Milliarde US-Dollar in die am Montag in Deutschland gestarteten Vehikel investiert.

In erster Linie soll sich das neue Angebot an Vermögensverwalter und Dachfondsmanager richten. Große institutionelle Kunden, die im Fokus von SSgA in Deutschland stehen, dürften laut SSgA-Deutschland-Geschäftsführer Wolfgang Hötzendorfer bei passiven Spezialfonds bleiben. Die konventionellen Indexfonds (ex-ETF) seien für eher längerfristige Großinvestoren geeignet. Die ETF dürften vor allem von taktisch agierenden Anlegern gefragt sein. "Der Schwerpunkt unseres Geschäfts in Deutschland liegt auch weiterhin auf dem passiven Management innerhalb von Spezialfonds und traditionellen Indexfonds", so Hötzendorfer weiter.

Einen Preiskampf mit den Platzhirschen will sich SSgA dabei offenbar nicht liefern. Die Marke SPDR stehe für Präzision, Innovation und Qualität, so Bhattacharjee weiter. Man messe sich an den Konditionen der anderen Anbieter für voll replizierende ETF, sagte Bhattacharjee weiter.

Ein Blick auf vergleichbare Produkte zeigt, dass die Fonds von SSgA zu den günstigeren Produkten am Markt gehören. Der SPDR MSCI Europe weist eine Verwaltungsgebühr von 30 Basispunkten pro Jahr auf. Der SPDR MSCI Europe Small Cap kostet 40 Basispunkte. Beide gehören damit auch gegenüber derivatebasierten ETF den günstigeren Produkten. Bei den Sektor-ETF wird SSgA auf der Kostenseite nur von Comstage übertroffen (30 gegenüber 25 Basispunkten an Gebühren jährlich).

portfolio institutionell newsflash 10.11.2010/maa/jan

 
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