DÜSSELDORF – Mit zwei Auszeichnungen – „Beste Stiftung“ und „Beste Portfoliostruktur“ – war die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) der große Gewinner bei den diesjährigen portfolio institutionell Awards am Donnerstagabend.
Eine sehr erfreute Ann-Grit Schulze von der EVZ sagte, "Es ist eine externe Auszeichnung, die einem schmeichelt und die die eigene Arbeit und die des Teams bestätigt." Mit einem Vermögen von 418 Millionen Euro fördert die EVZ Projekte, die der Verständigung mit den Ländern dienen, die besonders unter den Folgen des Nationalsozialismuses gelitten haben.
Nach Meinung der Jury gab es drei Gründe, weshalb die EVZ zur besten Stiftung gekürt wurde: ein nachhaltiger Ansatz beim Investieren, eine niedrige Kostenbasis sowie eine geschickte Diversifizierung des Portfolios nach der Finanzkrise.
Die Neuausrichtung der Kapitalanlage sorgte dafür, dass die EVZ auch den Award „Beste Portfoliostruktur“ erhielt. Die Begründung der Jury: „Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die EVZ Strukturen geschaffen hat, innerhalb derer die internen Erfordernisse der Stiftung und darüber hinausgehende Ziele hinsichtlich der Erwirtschaftung angemessener Erträge mit den Aspekten des Kapitalmarktes in effizienter Weise verbunden werden.“
Die Auszeichnung „Industry Achievement International“ erhielt unterdessen Professor Robert Arnott, Chairman des kalifornischen Asset Managers Research Affiliates und Honorarprofessor für Finanzen an der University of California Los Angeles. Die Jury würdigte Professor Arnott für seine Idee der Fundamental-Index-Konzepte (Rafi-Indizes) und für das Aufbrechen des Benchmarkdenkens.
_VBL und Pensionskasse HT Troplast gewinnen zum dritten Mal in Folge
In den Kategorien „Beste Altersvorsorgeeinrichtung über eine Milliarde Euro" wurde zum dritten Mal in Folge die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ausgezeichnet. Bei einer knappen Entscheidung setzte sich die zwölf Milliarden Euro schwere VBL dank einer exzellenten Performance der Anlage durch. Dazu die Jury: „Die 2010 erzielte Nettoverzinsung über neun Prozent im kapitalgedeckten Teil der freiwilligen Versorgung ist genauso beeindruckend wie der Mehrjahresvergleich, der sogar oberhalb der Performance amerikanischer Universitäten liegt.“ Laut der Jury hängt die Performance zum Teil mit einer hohen Diversifizierung durch nennenswerte Anteile in Absolute-Return-Produkten zusammen.
Die Entscheidung für die Pensionskasse HT Troplast in der Kategorie "Beste Altersvorsorgeeinrichtung unter einer Milliarde Euro" war laut der Jury ebenfalls knapp. Die Kasse konnte aber mit ihrem Gesamtkonzept für die Kapitalanlage überzeugen. Denn damit habe die Kasse ihre Rendite 2010 überdurchschnittlich verbessert gegenüber dem Vorjahr. Hervorhebenswert sei auch die grundsätzliche Philosophie mit dem Fokus auf die Risikominimierung im Sinne eines Zielverfehlungsrisikos und nicht auf absolute Renditemaximierung, so die Begründung der Jury.
BMW wurde zum zweiten Mal in Folge zum "Besten Corporate Investor" gekürt. Der Jury gefiel insbesondere das hochdiversifizierte Portfolio des Münchener Autobauers. "Daraus ergibt sich eine hohe Allokation zu Unternehmensanleihen, High-Yield-Anleihen und Inflation Linkers", stellte die Jury fest. Und weiter: "Ziel ist es, schrittweise eine volle Ausfinanzierung vorzunehmen, um die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen vom operativen Geschäft zu trennen."
„Beste Versicherung“ wurde die Iduna Vereinigte Lebensversicherung, die seit Beginn der portfolio institutionell Awards 2007 jedes Jahr in einer oder mehreren Kategorien ausgezeichnet wurde (siehe frühere Meldung). Die Jury-Mitglieder lobten die Anlagestrategie der Iduna, die sich auch im Krisenjahr 2008 gut bewährte. Sie erklärten: „Während das ALM (Asset-Liability-Matching Anm. d. Red)-Portfolio die Sicherstellung der Verbindlichkeiten, insbesondere des Garantiezinses zum Ziel hat, ist dem Alpha-Portfolio die Erwirtschaftung eines angemessenen Überschusszinses zugeordnet.“
_Neukandidat Volksbank Rhein-Ruhr wird zur "Besten Bank" gekürt
In der Kategorie "Beste Bank" gewann ein neuer Kandidat, nämlich die Volksbank Rhein-Ruhr. Die wesentlichen Gründe hierfür waren die Nutzung einer Art Master-KAG und der damit verbundenen Vorteile sowie die fortgeschrittene Technik der Bank. "Mit diesen Verfahren hebt sich die Volksbank Rhein-Ruhr im Kontext ihrer Größe gesehen ab", so das Fazit der Jury.
Eine weitere Bank, die Stadtsparkasse München, holte die Auszeichnung "Bestes Risikomanagement". Wegen der hohen Qualität der Fragebögen war die Entscheidung in dieser Kategorie allerdings sehr knapp. Für die Sparkasse hätten aber schließlich die klare funktionale Trennung zwischen Risikocontrolling der Bereiche Treasury und Kapitalanlage sowie die hervorragende personelle Qualifikation und technische Ausstatung gesprochen, so die Jury für diese Kategorie.
"Bester Investor alternative Asset-Klassen" wurde die Bayerische Versorgungskammer nach einer einstimmigen Entscheidung. Die Jury lobte die BVK dafür, dass sie "mit ruhiger Hand und zielgerichtet" ihre Alternatives-Quote (rund neun Prozent des Vermögens von 53 Milliarden Euro) erhöht hat. Auch das entsprechende Fachpersonal sei trotz manch schwierigen Zeiten aufgestockt worden.
Als "Bester nachhaltiger Investor" wählte die Jury die KfW-Bankengruppe. Ausschlaggebend hierfür war zum einen die Tatsache, dass die Bank zu den wenigen institutionellen Investoren in Deutschland gehört, die die "Principles for Responsible Investments" von der UNO unterschrieben hat. Nach den Prinzipien wird das Liquiditätsportfolio in Höhe von 20 Milliarden Euro gemanagt, was der KfW der Jury zufolge zum "Trendsetter für viele vergleichbare Kredinstitute" macht.
Zu guter Letzt wurde die Gothaer Asset Management zum "Besten Immobilieninvestor" gekürt. Die Begründung: "Insgesamt kam die Jury zu der Überzeugung, dass das Gothaer Asset Management mit einem umfassenden Überblick die indirekten Immobilieninvestments steuern kann und so eine klare Strategie zielgerichtet und auch erfolgreich umsetzt."
portfolio institutionell newsflash 15.04.2011/jan/kbe
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15.04.2011
Stiftung EVZ ist der große Gewinner der portfolio Awards 2011
Professor Robert Arnott erhält unterdessen den Award "Industry Achievement International". Die VBL und Pensionskasse HT Troplast gewinnen erneut in der Kategorie "Beste Altersvorsorgeeinrichtung".
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