BRUSSELS - Die staatlichen Rentensysteme der EU-Länder werden ab 2060 wegen der Langlebigkeit der Menschen und der demographischen Entwicklung schwer belastet. Das ist eine der Erkenntnisse einer neuen Studie des französischen Beratungshauses Debory, die vom europäischen Fondsverband Efama in Auftrag gegeben wurde.
Laut der Studie werden EU-Bürger 2060 durchschnittlich sieben Jahre länger leben als heute. Außerdem werde es dann pro Rentner nur zwei Beitragszahler statt derzeit vier geben. "Um sicherzustellen, dass wir in 50 Jahren kein Armutsproblem haben, brauchen wir einen Ausbau der betriebliche Altersversorgung (bAV)", sagte Studien-Autor Jérôme Dedeyan der "Börsen-Zeitung".
Efamas Lösungsvorschlag für den Ausbau der bAV : ein Altersvorsorgekonto, das Banken und Versicherungen anbieten können. Seit 2003 plädiert der deutsche Fondsverband BVI für das gleiche Konzept, dessen großer Vorteil in der einfachen Handhabung liege.
Der Grund, weshalb europäische Fondsgesellschaften seit Jahren das Konto für den bAV-Ausbau vorschlagen: Sie würden erheblich davon profitieren. Allerdings würde die Einführung des Kontos die Grenze zwischen der zweiten und der dritten Säule der Altersvorsorge aufbrechen. Denn der Bürger würde nicht mehr auf Betriebsebene sparen, sondern privat, wie er dies in der dritten Säule bereits mit Fondssparplänen oder privaten Rentenversicherungen tut.
Das Altersvorsorgekonto könnte auch den Tod des Leistungsprimats bedeuten, also der bAV-Pläne, die sich am letzten Gehalt eines Arbeitnehmers ausrichten. Denn das Modell ist ein beitragsorientier Plan: Der Arbeitnehmer zahlt in das Konto ein und wird gegebenenfalls vom Arbeitgeber bezuschusst. Laut Debory haben 60 Millionen Menschen in der EU einen beitragsorientieren Plan.
Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie: Ende 2008 wies die zweite Säule in der EU ein Vermögen von 3,1 Billionen Euro auf. Dieses Vermögen soll bis 2020 jährlich um fünf bis sechs Prozent steigen.
Bezüglich des Ausbaus der dritten Säule in Deutschland stellt Debory fest, dass 13 Millionen Berechtigte - sprich 70 Prozent aller Arbeitnehmer - eine Riester-Rente haben. "Die Zuflüsse sind zurzeit ganz bescheiden, aber sie dürften wegen des Steuervorteils künftig wachsen", hieß es in der Studie.
Weitere 630.000 Menschen hätten einen Rürup-Vertrag abgeschlossen. Diese steuerbegünstigte Rente richtet sich an Selbstständige in Deutschland und wurde Anfang 2005 eingeführt.
portfolio institutionell newsflash 13.10.2010/jan/rko
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13.10.2010
Studie: Ab 2060 haben die EU-Rentensysteme es sehr schwer
Die Gründe: eine höhere Lebenserwartung und weniger Beitragszahler.
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