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17.03.2010

Studie: Aktienportfolios werden sehr häufig umgeschichtet

Carl-Heinrich Kehr

Carl-Heinrich Kehr

Damit steigen die Transaktionskosten, was wiederum die Performance drückt.

FRANKFURT - Die Mehrzahl der aktiven Aktienmanager schichtet ihre Portfolios häufiger um, als sie selbst angeben. Dies zeigt eine neue Studie des IRRC Instituts und des Beratungshauses Mercer für den Zeitraum von Juni 2006 bis Juni 2009.

Von den über 800 untersuchten Strategien haben zwei Drittel ihr erwartetes Handelsvolumen überschritten, und zwar um durchschnittlich 26 Prozent. Dazu sagte Carl-Heinrich Kehr, Principal bei Mercer Deutschland: "Fondsmanager wollen ihre Strategie vermarkten und neigen dazu, den Turn-Over in den Verkaufsprospekten niedriger anzusetzen."

Im zweiten Teil der Studie, in dem acht aktive Aktienfondsmanager befragt wurden, räumten diese ein, dass die kurzfristige Ausrichtung einen Mangel an Disziplin im Hinblick auf die Strategietreue im Investmentprozess zeigt. "Als Investor sollte ich tendenziell davon ausgehen, dass der tatsächliche Turn-Over höher ist als bei der Vermarktung angegeben", so Kehr.

Da ein häufiges Umschichten mit hohen Transaktionskosten verbunden ist, was sich letztlich in den Nettorenditen niederschlägt, müsste das Interesse der Investoren an diesem Thema hoch sein. Dem ist allerdings nicht so. Laut den acht befragten Fondsmanagern erhalten die Investoren regelmäßig Reportings über Umschichtungen in ihren Portfolios, das Interesse daran sei jedoch gering. "Wenn die Netto-Performance passt, schauen Investoren nicht darauf, ob dies mit hohen Kosten oder nicht erzielt wurde", sagte Kehr.

Wie hoch die Transaktionskosten in den Portfolios der Investoren sind, lässt sich mit einer Transaktionskostenanalyse bestimmen. Neben Mercer bietet seit Jahresanfang auch die DPG eine solche Dienstleistung an (siehe auch frühere Meldung). Laut Kehr wird dies von Investoren jedoch kaum genutzt.

Wie die acht in der Studie befragten Manager mitteilten, geben Investoren häufig widersprüchliche Botschaften über ihre Erwartungen hinsichtlich des Anlagehorizontes. Dies sei ein Grund für die Kurzfristorientierung der vergangenen Jahre gewesen. Darüber hinaus seien die vielen Umschichtungen dem Auftauchen kurzfristig orientierter Händler, wie Hedgefonds, geschuldet. Als weiteren Treiber nannten die Manager die Volatilität an den Märkten, die sich im Zuge der Finanzmarktkrise erhöht hat.

Laut Kehr sind die Abweichungen zwischen dem vorgegebenen und dem tatsächlichen Handelsvolumen aber nicht allein auf die Krise zurückzuführen. "Die Abweichungen sind nicht durch die Verzerrung der Krise erklärt. Die generelle Aussagekraft der Studie hat Bestand", ergänzte er.

portfolio institutionell newsflash 17.03.2010/kbe/jan

 
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