In diesem Jahr sollen 300 Millionen Euro in Immobilien investiert werden.
FRANKFURT - Deutsche Versicherer und Pensionskassen wollen 2010 im Durchschnitt knapp 300 Millionen Euro in Immobilien investieren. Das ist das Ergebnis des Trendbarometers "Immobilienanlagen der Assekuranz 2010", das von der Ernst & Young Real Estate angefertigt worden ist.
Wie portfolio institutionell Anfang Mai berichtete, wollen diese Investoren laut der Ernst & Young-Studie bis Ende 2011 ihre Immobilienquote von derzeit circa sechs auf rund neun Prozent erhöhen (siehe frühere Meldung).
"Insgesamt ist die Assekuranz in diesem Jahr nochmals deutlich risikoaverser als im Vorjahr", kommentierte Dietmar Fischer von Ernst & Young Real Estate die endgültigen Ergebnisse der Studie. So wollen sich zum Beispiel fünfmal so viele Unternehmen von Investments in Nordamerika trennen. "Es wird mit weiteren Preiskorrekturen auf dem US-Markt gerechnet", begründete Fischer diesen Trend. Der Fokus liegt auf inländischen Investments und auf den Nachbarländern. "88 Prozent der Unternehmen der Assekuranz planen Ankäufe in Deutschland, 75 Prozent in den Core- oder Core-Plus-Märkten Europas", ergänzte Fischer.
Der neue Spitzenreiter in diesem Jahr ist der Einzelhandel. Wohn- und Büroimmobilien, die im vergangenen Jahr noch zu den beliebtesten Immobilienanlageklassen zählten, sind in der Gunst der Assekuranz hingegen etwas gefallen.
Von den geplanten Immobilieninvestitionen entfallen 56 Prozent auf Direktanlagen und 44 Prozent auf indirekte Vehikel. "Bei den indirekten Anlagen sind vor allem offene Immobilienspezialfonds nach deutschem Recht und geschlossene Immobilienfonds gefragt", so Fischer. Wie bei den geplanten Ankäufen weisen Direktanlagen auch auf dem Verkaufszettel das größere Volumen auf. Das voraussichtliche Verkaufsvolumen liegt insgesamt durchschnittlich bei 55 Millionen Euro. Dabei entfallen 48 Millionen Euro auf direkt gehaltene Immobilien und nur sieben Millionen Euro auf indirekte Vehikel. "Der Verkauf von indirekten Immobilienanlagen ist aktuell nur in Ausnahmefällen geplant", so Fischer weiter.
"Die Emerging Markets in Europa sowie die Länder in Afrika und Südamerika haben praktisch keine Bedeutung mehr für die Assekuranz. Nordamerika und Asien dienen eher der Beimischung", sagte Fischer. So liege der Anteil der Befragten, die beispielsweise Ankäufe in Nordamerika planen, bei 19 Prozent. Zugleich planten 25 Prozent Verkäufe in Nordamerika. Im Vorjahr hatten noch 30 Prozent Ankäufe und nur fünf Prozent Verkäufe in Nordamerika geplant. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den asiatischen Core-Märkten.
Rund 90 Prozent der Befragten planen in diesem Jahr, Einzelhandelsimmobilien zu erwerben - im vergangenen Jahr waren es nur sieben von zehn. Büros sind bei 81 Prozent der Befragten auf der Einkaufsliste zu finden. Das Interesse an Logistik- und Seniorenimmobilien ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Logistik und Health Care haben jeweils fünf Prozentpunkte zugelegt, liegen aber in der Bedeutung noch immer deutlich im Mittelfeld. Im Rahmen des Trendbarometers Assekuranz wurden die Umfrageergebnisse von 25 deutschen Versicherungen und Pensionskassen ausgewertet. Die Umfrageteilnehmer halten ein Immobilienvolumen von durchschnittlich 2,3 Milliarden Euro.
portfolio institutionell newsflash 02.06.2010/kmo/gcu/jan




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