Corporates
06.02.2018

Susanne Klatten gewinnt „Vordenker-Award“ 2018

(Foto: Consiqua)

Die Unternehmerin und BMW-Aufsichtsrätin Susanne Klatten hat in diesem Jahr das Rennen um die Gunst der Leser von portfolio institutionell für sich entschieden: Die 55-Jährige ist Siegerin des „Vordenker-Awards“.

Mit dem Award, über den traditionell innerhalb der Leserschaft des Magazins abgestimmt wird, werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch herausragendes und politisches Engagement für die institutionelle Kapitalanlage hervorgetan oder wegweisende Neuerungen angestoßen haben – kurz, die „Vordenker“ auf ihrem Gebiet waren. Gewinner der vergangenen Jahre waren etwa Fiona Reynolds, Managing Director der Nachhaltigkeitsinitiative der Vereinten Nationen, kurz UN PRI, oder Dr. Ulrich Krüger, der als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Berufsständischen Versorgungswerke (ABV) für Orientierung im zunehmenden Regulierungschaos gesorgt hat. Durchgesetzt hat sich Klatten unter anderem gegen Eugene Fama, Erfinder der Faktorprämien, BaFin-Präsident Felix Hufeld und Dr. Andreas Kretschmer, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe.

Mit Susanne Klatten ehren die Leser eine Unternehmerin und Philanthropin, die sich mit ihrer Skala-Initiative für Wirkungsmessung im gemeinnützigen Bereich stark macht. Das Prinzip von Skala ist einfach: Bis 2020 werden gemeinnützige Organisationen mit bis zu 100 Millionen Euro Fördervolumen unterstützt. Das Geld fließt aber ausschließlich an solche Organisationen, die „nachweislich eine große soziale Wirkung erzielen“. Die Entwicklung und Durchführung des Projekts liegt in den Händen des gemeinnützigen Analyse- und Beratungshauses Phineo. Phineo gilt als führender Think-Tank auf dem Gebiet und gibt mit dem „Kursbuch Wirkung“ seit Jahren einen Praxis-Leitfaden zu dem Thema heraus. Die Entscheidung zur Förderung liegt aber bei Susanne Klatten. 

Fehlende soziale Wirkung, so ist es aus dem Tätigkeitsbericht von Skala herauszulesen, ergibt sich nicht nur durch fehlende Fördermittel: Oft wird versäumt, professionelle Strukturen aufzubauen, die für eine nachhaltige Wirkung aber unabdingbar sind. Oder es fehlt die gesellschaftliche Anerkennung, die für das Durchführen der meist ehrenamtlich betriebenen Projekte enorm wichtig ist. Kurzum: Es geht um die Förderbedarfe jenseits der Projektarbeit und darum, die Organisationen an sich zu stärken. Dabei spricht die Skala-Inititative bewusst das ganze Spektrum bürgerlichen Engagements an: sogenannte Graswurzelorganisationen, Bürgerstiftungen, Social Entrepreneurs, Vereine und auch einzelne Engagierte. Besonders im Fokus stehen Projekte zu Inklusion und Teilhabe sowie Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Darüber hinaus widmet sich Phineo der Verständigung zwischen Jung und Alt sowie der Linderung humanitärer Not weltweit. 

„Ich sehe sehr genau, dass es viele Menschen gibt, die wenige Mittel haben, aber gute Ideen, die sie mit viel Anstrengung, großen Fähigkeiten und auch Begeisterung verfolgen, um die Gesellschaft voranzubringen. Ich selbst kann vielleicht einen Beitrag leisten, indem ich Mittel verteile, damit das Wirken dieser Menschen Fortbestand hat und die nächste Stufe erreicht“, gab Susanne Klatten 2016 zu Protokoll. Vielen kleineren gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen dürfte sie damit aus der Seele sprechen. Sie sehen sich seit der Niedrigzinsphase mit dem Problem konfrontiert, nicht mehr genügend Mittel für ihre Fördertätigkeiten zu erwirtschaften. Die wenigen Erträge, die sie noch bekommen, sollen zu 100 Prozent dem Förderzweck zugehen – für weitere Überlegungen bleibt meist kein Raum. 

Nicht nur, aber auch aus diesem Grund dürfte Impact Investing für gemeinnützige Organisationen interessant sein: Bereits durch die Kapitalanlage soll eine möglichst dem Förderzweck entsprechende Wirkung erzielt werden, etwa im sozialen oder ökologischen Bereich. Es besteht jedoch der Verdacht, dass hier anbieterseitig bereits Schindluder getrieben wird – Stichwort Green Washing. Es ist Initiativen wie Skala zu verdanken, den Blick vom Großen aufs Kleine zu lenken und das Bewusstsein dafür zu stärken, ob auch wirklich Gutes drin ist, wo Gutes drauf steht. 

Wir danken den Lesern von portfolio institutionell für Ihre rege Beteiligung! Die Verleihung des Preises an Frau Klatten findet am 12. April im Rahmen der Abendgala der portfolio institutionell Awards in Berlin statt. Mehr dazu finden Sie auf portfolio-institutionell-awards.de.

portfolio institutionell 05.02.2018/Verena Wenzelis

 

 
Anzeige
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder