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10.02.2010

Talanx will Bundesbank-Konto für seine Liquidität

Die Bundesbank in Frankfurt

Die Bundesbank in Frankfurt

Die Zentralbank lehnt das aber ab. Dafür wird sie nun verklagt.

HANNOVER/FRANKFURT - Der Versicherungskonzern Talanx hat die Bundesbank verklagt, um herauszufinden, weshalb die Zentralbank kein Konto für Talanx eröffnen will.

Hintergrund der Klage ist die Befürchtung von Talanx, dass die Liquidität von mehreren hundert Millionen Euro bei privaten Banken nicht sicher ist. "Als wir die Bundesbank um eine Kontoeröffnung gebeten haben, tobte die Finanzkrise. Lehman Brothers ist pleite gegangen, und andere Institute wie die IKB, Hypo Real Estate und Sachsen-LB mussten gerettet werden.", sagte ein Talanx-Sprecher auf Anfrage.

"Die Bundesbank hat ohne Begründung nein gesagt, wir wollen aber eine", so der Sprecher weiter. Ob die Bundesbank der Forderung nachkommen muss wird das Verwaltungsgericht Frankfurt am Donnerstag entscheiden. Auch die grundsätzliche Frage, ob die Zentralbank sich als letzter Hort der Sicherheit öffnen muss, soll Presseberichten zufolge vom Gericht geklärt werden.

Im Falle der Insolvenz einer Privatbank greift der im Jahr 1976 gegründete Einlagensicherungsfonds. Für jeden Großkunden, wie beispielsweise den Talanx-Konzern, sind Einlagen im Wert von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gesichert. "Das bedeutet, dass, wenn eine Bank Eigenkapital von zehn Milliarden Euro hat, sind die Einlagen für jeden Kunden bis zu drei Milliarden Euro gesichert", sagte ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin.

Für Talanx reichte unterdessen dieses Sicherheitsniveau nicht aus, weshalb sich der Konzern an die Bundesbank wandte, die bis 2003 sogar Konten für Privatpersonen und Unternehmen führte. Ein Bundesbank-Sprecher bestätigte, dass in der Bilanz der Zentralbank 646 Millionen Euro Verbindlichkeiten bestehen, die vorwiegend von Unternehmen und Privatpersonen stammen. Außerdem können Versicherer und Unternehmen ohne Banklizenz bei der Schweizer Nationalbank Konten eröffnen.

Ende 2008 verfügte der Talanx-Konzern über 62 Milliarden Euro an Kapitalanlagen. Das Kapitalanlageergebnis wurde mit 1,6 Milliarden Euro angegeben, was einer Rendite von 2,5 Prozent entspricht.

portfolio institutionell newsflash 10.02.2010/jan/gcu

 
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